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Endometriose: wenn Frauen über dauernde Unterbauchbeschwerden klagen

Betroffene Frauen können ein Lied davon singen: Diese dauernden Unterleibschmerzen bringen einen fast zum Wahnsinn. Oft kann die Patientin den Schmerz gar nicht richtig lokalisieren. Deshalb geht mit dem Schmerz auch eine große Angst einher. Eine umfangreiche Diagnostik bringt dann in vielen Fällen die Ursache an den Tag: Endometriose

Definition:

Findet sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, so sprechen wir von Endometriose. Da diese Schleimhaut die gleichen zyklischen Veränderungen mit Aufbau und Abbluten wie die Gebärmutterschleimhaut durchläuft, kommt es zu Blutungen in die Bauchhöhle oder in die Wandung von anderen Geweben, eben dort, wo sich solche Herde finden. Dies kann außen auf der Gebärmutter sein, auf der Blase, dem Darm oder dem Bauchfell, dies kann im kleinen Becken, aber auch unter dem Zwerchfell oder in der Lunge (sehr selten) sein. Aber auch in der Wand eines Organs sind solche Herde zu finden und verursachen durch ihr Wachstum und durch ihre Stoffwechselprodukte Beschwerden wie vor allen Dingen Schmerzen. Durch die entzündliche Reaktion des umliegenden Gewebes entstehen Verwachsungen (Bindegewebe), die die Gleitfähigkeit der Organe gegeneinander und die Beweglichkeit der Organe überhaupt behindern oder unmöglich machen können.

Die Folgen: Bei ca. 20% aller Sterilitätspatientinnen, denen ihr sehnlicher Wunsch nach einem Baby unerfüllt bleibt, liegt eine Endometriose als Ursache vor!

Wie kommt es zu dieser Krankheit?

Eine genaue Ursache ist bisher nicht bekannt. Zwei Theorien gelten als wahrscheinlich:
Die eine Theorie besagt, dass durch eine Menstruationsblutung Schleimhautzellen nicht nur nach außen abfließen, sondern auch über die Eileiter in die Bauchhöhle gelangen können. Diese sog. "retrograde Menstruation" findet aber, und das ist gesichert, bei fast jeder Frau statt! Was genau mit solchen Zellen dann passiert, ist allerdings noch nicht genau erforscht. Angenommen wird eine Einnistung (Implantation) in das Bauchfell oder eine Organoberfläche, eine nachfolgende Vermehrung und schließlich die Bildung eines funktionsfähigen Herdes. Diese Theorie erklärt allerdings nicht das Auftreten von Herden in Organen wie z. B. der Lunge.

Die zweite Theorie vermutet die Umwandlung von bestimmten Zellen zu Endometrioseherden aufgrund eines noch unbekannten Auslösemechanismus. Dass sich bestimmte Zellen, je nach Reiz, zum Beispiel in Bindegewebe oder aber in Muskelgewebe oder Schleimhautgewebe verwandeln können, ist bewiesen; für die Endometriose konnte dies aber noch nicht nachgewiesen werden.

Zur Zeit wird viel über den Stoffwechsel der Endometrioseherde geforscht, und hierbei finden sich zunehmend auch brauchbare Therapieansätze, auch wenn die Entstehungsgeschichte noch unklar ist.

Je nach Lokalisation, Größe und Aktivität der Herde sowie der entzündlichen Reaktion des Körpers auf die Herde können die Schmerzen sehr unterschiedlich sein. Wird die Endometriose nicht sofort als solche erkannt, zum Beispiel, wenn der Arzt bei Unterbauchschmerzen nicht gleich auch an die Möglichkeit einer Endometriose denkt, durchlaufen die betroffenen Frauen oft eine mehrjährige Odyssee, bis endlich der Entschluss zur Bauchspiegelung überhaupt zur Diagnose führt und damit erst eine adäquate Therapie möglich wird.

Bei der gynäkologischen Tastuntersuchung sind nur manchmal die Herde als harte, glasstecknadelkopfgroße und wenig verschiebliche Knötchen zu tasten. Sonographisch lassen sich die Herde, weil zu klein, nicht darstellen, auch nicht im Computer- oder im Kernspintomogramm. Liegt neben den Schmerzen bei der Blutung, beim Verkehr, beim Stuhlgang oder Wasserlassen oder alltäglicher Belastung, aber auch einfach nachts in Ruhe, liegt also daneben noch eine Sterilität vor, dann wird häufiger eine Bauchspiegelung durchgeführt und dann die Diagnose gestellt. Für die genaue Diagnose muss möglichst der gesamte Bauchraum inspiziert werden, um auch alle Herde zu erfassen, und somit eine Stadieneinteilung vornehmen zu können. Denn davon hängt die Therapie ab.

Beschwerden und Diagnostik

Diagnostik:
Am Anfang steht eine ausführliche Befragung (Anamnese) zum ersten Auftreten der Beschwerden, ob jede Menstruation schmerzhaft ist oder jeder Verkehr schmerzhaft ist, ob ein Zusammenhang der Schmerzen mit Stuhlgang oder Wasserlassen besteht, ob Operationen im Bauchraum erfolgt sind (Blinddarm, Galle z. B.), ob Unterleibsentzündungen (z. B. Adnexitis) öfter aufgetreten sind, wie der Schmerzcharakter empfunden wird (stechend, dumpf oder diffus, brennend wie bei Sandpapier), ob schon einmal eine Schwangerschaft bestanden hat oder Kinderwunsch besteht, ob regelmäßig Medikamente eingenommen werden (z. B.Pille).

Bei V. a. Endometriose ist die Bauchspiegelung in Narkose das Mittel der Wahl, um die Diagnose zu sichern. Dabei werden dann auch die wichtigen Informationen gewonnen, die für eine individuelle Therapie notwendig sind.

Die Behandlung der Krankheit

Wenn möglich, sollen alle Herde chirurgisch oder mit Laser beseitigt werden. Dies kann bei geringem Befall schon bei der Bauchspiegelung erfolgen. Ziel ist die möglichst vollständig Herdbeseitigung bei Organerhaltung und Korrektur von Sekundärschäden an Organen. So lässt sich auch die Fertilität erhalten.

Bei ausgedehnten Verwachsungen, großen Endometriomen (das sind blutgefüllte Zysten = Schokoladenzysten der Eierstöcke) oder Unübersichtlichkeit kann ein Bauchschnitt nötig sein mit dem Ziel, die Gebärmutter, einen Eileiter und den gleichseitigen Eierstock zu erhalten.

Es kann aber auch nach der diagnostischen Bauchspiegelung zunächst eine hormonelle Therapie erfolgen, um die Ausdehnung des Befundes, die operative Schädigung und das Risiko von Verwachsungen zu reduzieren.

Mit den verschiedenen zur Verfügung stehenden Medikamenten erfolgt die Behandlung über mindestens sechs Monate oder bis zur Beschwerdefreiheit, erneute Schmerzen erfordern ein erneutes Vorgehen wie oben beschrieben.

Zusammenfassung:

Da die Endometriose eine häufige Erkrankung der Frau mit starken Schmerzen und dadurch erheblich beeinträchtigter Lebensqualität sowie weitreichenden Folgen wie Sterilität oder drohendem Organverlust bei Befall von Gebärmutter, Eierstöcken und Darm bzw. Blase ist, muss das Ziel eine frühzeitige Diagnose und ein situationsgerechtes individuelles Therapiekonzept sein.

Der wichtigste diagnostische Schritt ist das Ernstnehmen der Schmerzangaben und überhaupt der Gedanke an das mögliche Vorliegen einer Endometriose. Denn daraus folgt der zweite wichtige Diagnoseschritt: die Bauchspiegelung. Die Patientin muss ausführlich über das Krankheitsbild und ihren Befund informiert werden, um eine sowohl von der Patientin als auch vom behandelnden Arzt getragene Therapieentscheidung herbeizuführen und umzusetzen. Sowohl dem Arzt als auch der Patientin sollten die Langfristigkeit der Therapie, die möglichen Nebenwirkungen, aber auch die vielfältigen zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten seitens der Baineogynäkologie bekannt und bewusst sein. Sicher sind begleitende Maßnahmen, die das vegetative Nervensystem der Patientin, welches durch die Schmerzen ständig gereizt und überfordert ist, beruhigen und entspannen können, genauso wichtig wie überhaupt eine vorübergehende Entlastung der Patientin von Familie, Beruf und Alltag, z. B. durch ein Rehabilitationsverfahren, wie es in unseren Rehakliniken möglich ist. Durch umfassende medizinische und psychologische Information über das Krankheitsbild, über das oft kränkende "Unverständnis" den wiederkehrenden Schmerzen gegenüber sowohl durch Angehörige als auch durch Ärzte sowie über die chirurgischen, medikamentösen, psychologischen und physikalischen Therapiemöglichkeiten sollte ein Rahmen geschaffen werden, in welchem die Patientin wieder Vertrauen aufbauen kann, Vertrauen zu ihrem Körper, der durch den oft unangenehmen Schmerz doch klar dazu auffordert, genau hinzuschauen, bevor ein ausgedehntes Stadium entstanden ist, Vertrauen zu sich selbst und zur eigenen Körperwahrnehmung, welche eben doch genau gestimmt hat, und Vertrauen zu den Behandlern, die bei erkanntem Problem ihr Möglichstes tun.

Weitere Unterstützung erhalten Sie bei:
Herrn Dr. med. W. Jentsch
Frau Dipl. Med. K. Weiß
Maximilianbad
Maximilianstr. 13
88339 Bad Waldsee
Tel.07524-941158

oder

Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.
Bernhard-Göring-Str. 152
D-04277 Leipzig
Tel. 0341-3065304



  
Thema: Endometriose


Autor:
Herrn Dr. med. D. Strauch

Rehazentrum bei der Therme
Badstraße 14
88339 Bad Waldsee
Tel.:07524-941282

Links zum Thema:
Endometriose Vereinigung
Endometriose Stiftung
Endometriose.de - Frauenmagazin

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