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17.12.05 - ZfP Die Weissenau - Polenhilfe - Menschenwürdige Zustände herstellen

RAVENSBURG/KRAKAU – „Die Ausstattung ist komplett veraltet, Intimsphäre kaum gegeben und die psychiatrische Versorgung nach europäischem Standard sollte erreicht werden.“ Kritische Bilanz zieht Stephan Oberle von den Weissenauer Werkstätten, einer Einrichtung für psychisch Kranke (WfbM) in Ravensburg, nach einem Besuch auf den Aufnahmestationen im Krakauer Babinski-Krankenhaus. Mit einigen Mitstreitern will er diese Situation ändern.

Ein großes Krankenhaus mit 800 Betten, präsentiert sich das Babinski-Krankenhaus in der Region Malopolska, mit der die Südwürttembergischen Psychiatriezentren kooperieren. Drei Gebäude werden derzeit renoviert, doch die finanziellen Mittel sind begrenzt, wurden unlängst gar eingefroren, so dass die Bauarbeiten eingestellt wurden.
Besonders hart trifft dies die Akutaufnahmestationen in Krakau für zwei Krakauer Stadtviertel. Diese Stationen können in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht mit der Veränderung ihrer Situation rechnen. Das Mobiliar dieser beiden Stationen ist, so hat Stephan Oberle bei seinem jüngsten Besuch in Krakau gesehen, veraltet. Es gibt keine abschließbaren Nachttische, Spinde oder Garderoben. Er sagt: „Es gilt, eine Intimsphäre herzustellen.“
Die Sanitärsituation ist untragbar. Nur eine Toilette für 22 Patienten gibt es auf der Station. „Von menschenwürdiger Behandlung und Unterbringung kann da keine Rede sein“, ereifert sich der Ergotherapeut. Psychiatrische Versorgung nach europäischem Standard bedeute unter anderem, dass Stationen gemischtgeschlechtlich belegt werden. Aber dafür braucht es mindestens eine zweite Toilette.
Als Mann der Tat ergriff Oberle die Initiative und sicherte sich für die Deutsch-Polnische Gesellschaft für Seelische Gesundheit die Option auf Möbel und Wäsche aus der Insolvenzmasse der Aulendorfer Kliniken. Gemeinsam mit Dr. Günter Wienberg von den Bodelschwinghschen Anstalten Bethel hat er sich zum Ziel gesetzt, einen Hilfsgütertransport nach Krakau zu finanzieren. Stahl- und Holzbetten, Nachttische, Stühle und Schreibtische, Matratzen, Klappkrankenstühle, Lampen und zwei Putzwagen sowie einen Medikamentenschrank will Oberle samt Bett- und Nachtwäsche auf den Weg bringen. Und zwar am 11. Januar. Mit von der Partie sind zwei Kollegen der Weissenauer Werkstätten: Made Höld und Joschi Szabo. Ehrenamtlich und in Privatinitiative, wie ihr Chef Stephan Oberle.
Zur Deckung der Kosten für Material und Transport muss noch ein Betrag von 8000 Euro über Spenden finanziert werden. Einen ersten Grundstock hat es bereits gegeben. Den Erlös von knapp 650 Euro ihres Flohmarktes am Weihnachtsbasar haben die Weissenauer Werkstätten heuer der Polenhilfe gespendet.
i Auf Spenden für den Hilfstransport zu den psychiatrischen Aufnahmestationen im Krakauer Babinski-Krankenhaus angewiesen ist die Deutsch-Polnische Gesellschaft für Seelische Gesundheit: Konto 10 100 880 18, BLZ 324 604 22, Volksbank Kleverland.
Heike Engelhardt

Bildtext:
Intimität auf den Aufnahmestationen sollte dringend verbessert werden. Es fehlen abschließbare Nachttische und Spinde. Weil auch Toiletten fehlen, können die Stationen nicht gemischtgeschlechtlich belegt werden.
Fotos: Stephan Oberle, Montage: Made Höld



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