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16.10.05 - Qualitätsförderpreis für ZfP

RAVENSBURG (zfp) – Einen mit 4000 Euro dotierten Qualitätsförder-preis Gesundheit Baden-Württemberg hat Professor Dr. Tilman Steinert vom Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau (ZfP) am Donnerstag in Stuttgart von Sozialminister Andreas Renner er-halten. Steinert hat mit seinem „Arbeitskreis zur Prävention von Gewalt in der Psychiatrie“ Wege gefunden, Gewalt und Zwang in Psychiatrischen Krankenhäusern zu reduzieren.

„Am meisten Angst haben Patienten vor Zwangsjacke und Gummizelle, wenn sie in einer psychiatrischen Klinik behandelt werden“, führte Professor Dr. Tilman Steinert aus. Zwar haben Zwangsjacke und Gummizelle ausgedient, freilich kommt auch moderne Psychiatrie ohne so genannte Zwangsmaßnahmen nicht aus. Etwa wenn Patienten durch ihr Verhalten andere ge-fährden, oder sich durch Stürze oder Selbstverletzung selbst ge-fährden. Dann kann es angezeigt sein, sie zu isolieren oder zu fixieren oder ihnen Medikamente auch gegen ihren Willen zu vera-breichen.
All diese Maßnahmen werden streng dokumentiert und die Patienten werden in dieser fremdbestimmten Situation betreut und bewacht.
Immerhin jeder elfte Patient, nämlich neun von 48899 in der Studie untersuchten Patienten war wenigstens ein Mal von einer sol-chen Zwangsmaßnahme betroffen.
Solche Situationen zu vermeiden, liegt auch im Interesse der Fach-kräfte, die die Kranken behandeln und pflegen.
Systematisch haben Steinert und die Weissenauer Diplompsychologin Veronika Martin die Art und Dauer der Maßnahmen in zwölf psychiat-rischen Kliniken erfasst und ver-glichen. Und Erstaunliches von-einander gelernt. Manche Kliniken vermeiden zum Beispiel Stürze von dementen Patienten in der Geron-topsychiatrie nicht mit nächtli-chem Fixieren, sondern indem sie auf einer Matratze am Boden gela-gert werden.
Aber auch Isolierung und Zwangs-medikation konnten reduziert wer-den. So wurden beispielsweise Mitarbeiter geschult in der Dees-kalation von Gewaltsituationen. Und in der Klinik wurden Leitli-nien für den Umgang mit Zwangs-maßnahmen eingeführt. Am Beispiel Weissenau führte Steinert aus, dass sich die Zahl der Zwangsmaß-nahmen vom Jahr 2003 auf 2004 nach den Schulungen reduziert ha-be.
Ansätze, die den Baden-Württembergischen Sozialminister sichtlich beeindruckten. „Ein würdiger Preisträger“, sagte And-reas Renner, der den Weissenauern „ganz hervorragendes Qualitätsma-nagement“ bescheinigte.

Bildunterschrift:
Die Weissenauer Versorgungsforscher Professor Dr. Tilman Steinert und Veronika Martin haben von Minister Andreas Renner einen Qualitätsförderpreis Gesundheit erhalten.
Foto: Heike Engelhardt, ZfP








Professor Dr. Tilman Steinert, Veronika Martin,Minister Andreas Renner

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