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08.09.05 - Krebskongress im Konzerthaus am 9. und 10. September

Tagen statt spielen

Ravensburg (STW) – Wenn sich an diesem Wochenende die Ravensburger Innenstadt in eine einzige Spielstube verwandelt, rauchen gleich nebenan im Konzerthaus die Köpfe für die Wissenschaft. Bereits im vierten Jahr in Folge fungiert Prof. Dr. Günther J. Wiedemann, Chef der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus St. Elisabeth, als Gastgeber für rund 250 Teilnehmer zu einem Kongress über die neuesten Behandlungsmethoden bei Krebs.

Hochkarätige Referenten vermitteln Ärzten und Apothekern aus ganz Deutschland den aktuellen Stand der Wissenschaft, der beim größten Krebs-Weltkongress im Mai in Orlando/USA erarbeitet wurde. „Solche Kongresse gewährleisten, dass Krebspatienten in Ravensburg die gleiche Behandlung bekommen wie in New York“, so Prof. Wiedemann. „Sehr wichtig ist bei diesem Kongress auch das Thema Übertherapie. Wir werden intensiv diskutieren, wie wir eine Krebsbehandlung schonender gestalten können und so vermeiden, dass eine Behandlung mehr schadet als nutzt.“ In diesem Zusammenhang hält Prof. Dr. Norbert Schmacke (Universität Bremen, Abteilung Gesundheitsversorgungsforschung) am 10. September um 9.30 Uhr einen Vortrag zum Thema: „Wie viel Medizin verträgt der Mensch?“ Dieser Vortrag ist auch für interessierte Laien zugänglich.

Folgende Referenten stehen im Anschluss an ihre Vorträge im oder nach individueller Terminvereinbarung im Konzerthaus für Interviews zur Verfügung:

Prof. Dr. Norbert Schmacke, Arbeits- und Koordinierungsstelle Gesundheitsversorgungsforschung der Universität Bremen (10.9., Vortrag 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr, Meet the Professor im Foyer ab 11.45 Uhr)

Prof. Schmacke spricht zum Thema "Wie viel Medizin verträgt der Mensch?" Er hat kürzlich ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht. Er beleuchtet kritisch die "Medikalisierung" unserer Gesellschaft. Damit ist gemeint, dass die Medizin in letzter Zeit regelmäßig ihre Grenzen überschreitet und gesunde Menschen zu Kranken stempelt. So ist fraglich, ob natürliche Alterungsprozesse als krankhaft definiert und mit immensem Aufwand und nicht immer zum Nutzen der Patienten therapiert werden sollen. Dies nicht nur vor dem Hintergrund der Kosten, sondern auch, weil eine Übertherapie oft mehr schadet als nutzt.

Außerdem für die Medien interessant: der Vortrag von Dr. Sigrun Gabius, Onkologischer Schwerpunkt Rosenheim. (Vortrag 9.9. 17.30 bis 18 Uhr, Meet the Professor im Foyer ab 18 Uhr)

Sie spricht über Sinn und Unsinn der Misteltherapie. Diese alternative Krebstherapie wird in den Publikumsmedien und von vielen Patienten positiv bewertet. Frau Dr. Gabius weist anhand der internationalen Studienlage nach, dass eine Wirksamkeit für diese Therapie nicht belegt ist. Es gibt aber Studien, die nahe legen, dass die Misteltherapie sogar bösartige Tumoren zum Wachstum anregen kann. Es wird kritisch hinterfragt, warum die Krankenkassen eine solche Therapie überwiegend bezahlen, während neue Krebsmedikamente, deren Wirksamkeit eindeutig bewiesen ist, die aber wegen ihrer Aktualität noch nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen aufgeführt sind, Krebspatienten regelmäßig vorenthalten werden. Für alternative Krebstherapien, deren Wirksamkeit nicht durch seriöse Studien belegt ist, wird 20mal mehr ausgegeben als für etablierte Therapien, deren Wirkung von Experten übereinstimmend anerkannt ist. Dahinter steckt das geschickte Marketing der entsprechenden Firmen.

Autorin:
Dr. med. Sabine Thor-Wiedemann








Prof. Dr. Günther J. Wiedemann

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