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25.08.05 - Oberschwaben Klinik Ravensburg. Die Geburtshilfe aus Sicht der werdenden Väter

Ein Wechselbad der Gefühle. Die Geburtshilfe aus Sicht der werdenden Väter.
Der Ablauf jeder Geburt ist verschieden. Schließlich handelt es sich um einen biologischen Vorgang, der nicht in jeder Einzelheit geplant und gesteuert werden kann.
Die Geburt stellt für die Frauen und die zukünftigen Väter ein sehr emotionales Erlebnis dar. Sie ist mit großen Schmerzen und großer Freude verbunden. Sie wird um so positiver empfunden, wenn die Gebärenden und die Väter eine Atmosphäre des Vertrauens vorfinden.
Die wichtigsten Ziele für uns in der Geburtshilfe sind, es Schaden vom Kind abzuwenden, die werdende Mutter liebevoll und individuell zu betreuen, ihre Schmerzen zu lindern und den Vater in möglichst viele Abläufe zu integrieren.

Ein Team aus Hebammen, Gynäkologen/innen, Kranken- und Kinderkrankenschwestern versorgt, berät und unterstützt Mutter und Kind rund um die Uhr. Die Mütter können entscheiden, ob sie ihr Kind kontinuierlich im Zimmer haben möchten oder das Baby zwischendurch in die Betreuung einer Pflegefachkraft übergeben möchten. Wir verstehen unsere Mutter-Kind-Einheit in der Frauenklinik als Dienstleistungseinheit für die Frauen, ihre Kinder und ihre Familien. Wir machen verschiedene Angebote, die Frauen können individuell nach ihren Bedürfnissen auswählen.

Einige Beispiele: Unsere Stillberaterinnen stehen bei allen Fragen rund ums Stillen zur Verfügung. Unsere Hebammen bieten Geburtsvorbereitungskurse für Schwangere und ihre Partner an. Entspannungstechniken werden vermittelt, die unter der Geburt hilfsreich und vor allem schmerzlindernd sind. Und trotzdem: Während sich die werdenden Mütter meist intensiv mit der Geburt, dem Kreißsaal und auch den dort Tätigen auseinandersetzen, bleiben die werdenden Väter naturgemäß oft „außen vor“. Auf unserer Wochenstation werden Termine mit den Vätern zur Anleitung bei der Versorgung ihrer neugeborenen Kinder vereinbart, dabei werden die Arbeitszeiten der Papis berücksichtigt.
Väter können aber auch ebenfalls zu den Vorsorgeuntersuchungen mitkommen und haben so die Chance, aktiver an der Schwangerschaft teilzunehmen.

Wir freuen uns über die vielen interessierten Väter bei unserer regelmäßig angebotenen Kreißsaalführung und über die Väter, die das Angebot wahrnahmen, mit ihren Partnerinnen zusammen die Schwangerschaft aktiv mitzugestalten.
Wir wollten wissen, was für die werdenden Väter am wichtigsten es. Deshalb befragten wir 20 von ihnen: Für 95 Prozent waren die fachliche und liebevolle Betreuung ihrer Frauen und Kinder das Wichtigste. Die „frischgebackenen“ Papis erwarten jedoch auch für sich Unterstützung und Anleitung bei der Versorgung ihrer Babys und gaben an, gemeinsam mit ihren Frauen zusammen unser Frühstücks- und Abendessenbüfett der Frauenklinik zu genießen.
Die Kinderärzte unserer Kinderklinik stehen den jungen Eltern für Fragen zur Verfügung und sind für die Vorsorgeuntersuchungen bei den Neugeborenen während des Klinikaufenthaltes zuständig, sie sind bei Risikogeburten im Kreißsaal anwesend und 24 Stunden einsatzbereit.

Ein Papa berichtete:
Eigentlich hatte ich keinen Grund zur Sorge. Denn alle Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt hatten auf dem Ultraschallgerät gezeigt: Hier wächst ein strammer Max heran, mit kräftigem Körperbau und recht großem Kopf. Fast pünktlich auf den errechneten Tag setzen bei meiner Frau die Wehen ein, es ist soweit. Das als quälend empfundene Warten hat ein Ende.
Meine Frau und ich hatten uns zuvor so gut wie nur irgend möglich auf das kommende Ereignis vorbereitet: wir lasen beide, während der Bauch meiner Frau wuchs und wuchs, fast nur noch Bücher über Schwangerschaft, Geburt und Säuglingspflege. Wir nahmen - natürlich – schon drei Monate vorher an der rege besuchten Kreißsaalführung des Krankenhauses teil. Und ich als werdender Vater dann auch an einem gemeinsamen Geburtsvorbereitungsabend für Mütter und Väter gleichermaßen. Dort lernte ich von der Hebamme, wie man seiner in den Wehen liegenden Frau seelisch, aber auch ganz handfest zur Seite stehen kann. Kurzum: Ich fühlte mich auf unser Wunschkind bestens vorbereitet.
Und dennoch: Je mehr der errechnete Geburtstag also näher rückt, desto mehr ergreift eine seltsame Unruhe von mir Besitz. Es war nicht länger zu leugnen: Der werdende Papa wird zunehmend nervös, während die werdende Mama immer ruhiger und gelassener erscheint. Verrückte Welt. Schlaflosigkeit und ständige Adrenalinausschüttungen waren für mich die Symptome dieses Ausnahmezustandes und dann der Moment, den ein Vater wohl nie vergisst: Der erste Schrei seines Kindes. Die Hebamme reicht mir meinen Sohn weiter.  Das Gefühl, irgendwie im falschen Film zu sein, will nicht weichen, ein Wechselbad der Gefühle, Mutter und Kind sind wohlauf. Und der stolze Papa? Er hat niemals zuvor dramatischere Stunden und Minuten in seinem Leben durchgemacht.
Im Kreißsaal gab man mir das Gefühl ein wichtiger Bestandteil bei der Entbindung zu sein und auf der Station wurde ich liebevoll angeleitet bei der Versorgung meines Sohnes. Alles war mir vorher fremd, das ist mein erstes Kind. Meine Frau hat sich ebenfalls hier sehr wohl gefühlt. Wir kommen bestimmt wieder!


Foto:
Jan Segelbacher mit Sohn Felix


Autorin:
Claudia Keller
Pflegedienstleitung für den Bereich Mutter-Kind-Einheit

 








Jan Segelbacher mit Sohn Felix

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