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02.07.2009 - Thema Knieschmerz ist ein Dauerbrenner

ISNY/WANGEN (sk) - Dass Gelenkabnutzung im Knie eine der häufigsten Arthrosen ist, ist für Dr. Thomas Wißmeyer und Dr. Angela Kurz-Schießl vom Krankenhaus Isny der Oberschwaben Klinik nichts Neues. Dass trotz der großen Hitze über 120 Menschen kamen, um sich über Knieschmerzen zu informieren, sorgte bei den Referenten für positive Überraschung. Die Wangener Hägeschmiede war überfüllt, die Stühle reichten nicht aus. Aber obwohl einige Besucher stehen mussten, blieben sie doch bis zum Schluss. Durch die rege Beteiligung des Publikums in der anschließenden Fragerunde, war der Abend erst nach gut zwei ein halb Stunden zu Ende.

Die Gelenkabnutzung im Knie ist eine der häufigsten Arthrosen. Dabei handelt es sich um eine Zerstörung des Gelenkknorpels. Das umliegende Gewebe ist meist auch beteiligt. Ursache ist in aller Regel eine altersbedingte Abnutzung und unterschiedliche Fehlstellungen. Hüft- und Kniegelenke tragen das gesamte Körpergewicht. Beim Laufen oder gar Treppensteigen wirken mitunter das vier- bis fünffache des Körpergewichtes auf das größte menschliche Gelenk. Ungünstig beeinflusst wird die Arthrose durch Körpergewicht, Beinfehlstellungen wie X- oder O-Beine sowie Überbelastungen. Für den Betroffenen ist die Arthrose schmerzhaft. Spannungsgefühl, Steifigkeit und Rötungen des Gelenkes deuten auf den Verschleiß hin. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt.
Eine eindeutige Diagnose kann nach der eingehenden körperlichen Untersuchung mit einer Röntgenaufnahme gestellt werden. Sie macht den Knorpelschaden und eventuelle Veränderungen am Knochen sichtbar. Eine Heilung im Endstadium ist nicht möglich, da der abgenutzte Knorpel nicht wieder hergestellt werden kann. Nur die Symptome können gelindert werden. Im Anfangsstadium einer Arthrose können mit einer konservativen Therapie gute Erfolge erzielt werden. Zur Wahl stehen Muskelaufbau durch Krankengymnastik, Muskellockerung, Strom- oder Magnetfeldtherapie zur Entlastung des Gelenkes oder entzündungshemmende Präparate. Die Frage aus dem Publikum nach aufbauenden Spritzen ins Gelenk beantwortet Dr. Kurz-Schießl: "Eine Spritze beinhaltet immer die Gefahr einer Infektion, kann aber, einmalig gegeben, für einige Zeit helfen."

Ist der Verschleiß fortgeschritten, bietet die Medizin verschiedene operative Möglichkeiten. Bei einer Arthroskopie, also einer Gelenkspiegelung, kann der Knorpel geglättet oder zerstörte Meniskusanteile entfernt werden. Der Meniskus dient als Puffer zwischen Ober- und Unterschenkel. Auch eine Achsenkorrektur ist möglich. "Hierbei werden X- oder O-Beine korrigiert, um die einseitige Belastung des Knies zu beseitigen", sagt Dr. Kurz-Schießl.

"Ein künstlicher Gelenks- oder Oberflächenersatz sollte erst dann implantiert werden, wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind", betonte Dr. Wißmeyer, wobei Teilprothesen, die verschlissene Oberflächen des Kniegelenkes ersetzen oder ein kompletter Oberflächenersatz zur Wahl stehen. Auch komplette künstliche Gelenke können implantiert werden. Die Entscheidung sollte der Patient nach Absprache mit dem Arzt treffen. Faktoren, die eine Rolle spielen, sind die persönliche Lebensplanung und das Ausmaß der Schmerzen. Die Veränderungen des Röntgenbildes geben Aufschluss, wie schnell der Verschleiß fortschreitet. Das Alter des Patienten an sich ist von untergeordneter Bedeutung. "Entscheidend ist die Vitalität und die Mobilität des Patienten. Selbst bei 85-Jährigen kommt eine Knieendoprothese in Betracht, wenn der allgemeine Gesundheitszustand dafür spricht", so Chefarzt Dr. Wißmeyer.

Ein Eingriff dauert etwa 60 bis 100 Minuten. Alle Knieprothesen-Operationen führen die Spezialisten in Isny mit Unterstützung der Computer-Navigation durch. Nur sie ermöglicht eine wirklich exakte Positionierung der Prothesen, was wiederum für die Lebensdauer der Gelenke von entscheidender Bedeutung ist. Ein künstlicher Oberflächenersatz hält statistisch 15 bis 20 Jahre.
"Es gibt nur zwei Gründe, ein künstliches Gelenk auszuwechseln: Lockerung oder Infektion", weiß Dr. Wißmeyer.

Im Krankenhaus in Isny beginnt die Nachbehandlung schon am Tag der OP. Das Gelenk wird mobilisiert. Nach nur einer Woche stationären Aufenthalts folgt eine dreiwöchige Reha-Maßnahme. Einig sind sich die beiden Ärzte dabei, dass mit künstlichem Gelenk die Lebensqualität und die Beweglichkeit gesteigert werden. Selbst moderates Sporttreiben ist wieder möglich.








Krankenhaus Wangen

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