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06.04.09 - OSK-Notarzt sichert US-Präsidenten

BADEN-BADEN/RAVENSBURG (kk) - Elf Notärzte der Oberschwaben Klinik waren beim Natogipfel in Baden-Baden im Einsatz. Zwei dieser Notärzte hatten Sonderaufgaben. Dr. Tobias Sonnberger war im persönlichen Tross des US-Präsidenten Barack Obama und Dr. Philipp Krautter im Konvoi des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy. Auf allen Wegen außerhalb von geschlossen Gebäuden waren sie in unmittelbarer Nähe der beiden Politiker.

Anfang Dezember erreichte die Anfrage des Innenministeriums Baden-Württemberg die Oberschwaben Klinik. Die Geschäftführung und Professor Dr. Klaus Ellinger, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin am Krankenhaus St. Elisabeth beauftragten Dr. Peter Lessing mit der Vorbereitung. Der Oberarzt koordinierte schon den Einsatz bei der Fußball-WM 2006. Zusammen mit den Rettungskräften des DRK und den Spezialisten der Feuerwehr Ravensburg machte sich die Einsatztruppe mit 126 Helfern und 27 Fahrzeugen am Freitag um 2 Uhr 45 unter der Gesamtleitung von Stadtbrandmeister Claus Erb auf den Weg. Die Ravensburger haben sich durch den Einsatz vor drei Jahren empfohlen. "Wir sind eine eingespielte Truppe. Jeder kennt jeden und weiß, dass er sich im Notfall auf den anderen verlassen kann", beschreibt Dr. Lessing. Hinzu kommt das hohe Ausbildungsniveau. "Wir haben durchweg ausgebildete Fachärzte, die als Notärzte zum Einssatz kommen." Dr. Lessing ist stolz auf das Team, das zum Natogipfel angefordert wurde.

Ravensburg ist einer von nur sechs Standorten, die über einen sogenannten Abrollbehälter MANV verfügen. Für einen Massenanfall von Verletzten sind diese Spezialcontainer eingerichtet. Die Notärzte waren auf alle möglichen Ereignisse vorbereitet. Bis zu 50 Verletzte können sie pro Stunde versorgen. Sogar die Dekontamination von biologischen Waffen hat die Ravensburger Einsatztruppe im Kalkül gehabt. Wir waren uns über die Gefahrenlage im Klaren. Angst vor einem Einsatz hatten wir nicht, weil wir gut vorbereitet sind. Aber wir hofften auch, dass wir nicht zum Einsatz kommen", fasst Dr. Lessing den Natogipfel aus seiner Sicht zusammen. Die große Unbekannte war allerdings die Frage: Was macht der "schwarze Block"? Nur fünf Kilometer Luftlinie waren die Ravensburger von dem Krisenherd in Straßburg stationiert. "Zuerst sahen wir nur eine Rauchwolke, dann die zweite und dann die dritte. Die Sonne verdunkelte sich hinter dem Ruß, die Temperatur ging spürbar zurück", schildert Dr. Lessing das Inferno. "Es stand Spitz auf Knopf. Die Lage war höchst sensibel", schätzte Kreisbrandmeister Oliver Surbeck die Situation ein. Er war zu dieser Zeit im Führungsstab. "Wir waren kurz davor, die Einheit in den Einsatz zu schicken."

Die Sonderaufgabe, im persönlichen Tross von Obama und Sarkozy eingesetzt zu werden, wurde minutiös geplant und unterlag höchster Geheimhaltung. Jedes Mitglied der Einsatzgruppe wurde durch das Bundeskriminalamt kontrolliert. Monatelang war Dr. Lessing mit der Koordination beschäftigt. "Die Anfrage von Obamas Delegation kam vor drei Wochen, die von Sarkozy erst am Mittwoch Abend", schildert Dr. Lessing.

Noch andere Überraschungen brachte der Einsatz mit sich. "Als Koordinator war ich informiert, dass wir von Gaggenau nach Kehl verlegt werden. Die genaue Uhrzeit war geheim", so Dr. Lessing. Um vier Uhr morgens war die Nacht für 256 Einsatzkräfte in ihren Feldbetten zu Ende. "Zeit zu frühstücken hatten wir gerade noch", sagt Dr. Lessing.

Am Sonntag um 1 Uhr morgens waren die Helfer wieder zurück in Ravensburg. Müde, aber erleichtert, dass sie nicht zu einem ernsten Einsatz gerufen worden sind. Lob über den Einsatz gab es abschließend aus dem Ravensburger Landratsamt: "Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, dem DRK und der OSK war hervorragend. Die Ravensburger waren sicherlich eine stärksten Einheiten, sowohl personell und auch was die Technik und die Ausbildung angeht", bescheinigt Oliver Surbeck, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzes im Landkreis.

Bild:
Rauch über Straßburg: Die Ravensburger Einsatztruppe war nur fünf Kilometer von den Chaoten entfernt. Ihr Einsatz wurde in Erwägung gezogen.

Gruppenbild: Entspannt präsentiert sich das Team der Notärzte aus den Krankenhäusern Bad Waldsee, Wangen und St. Elisabeth der Oberschwaben Klinik.













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