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21.11.08 - Unser Herz - ein Hochleistungsmotor

RAVENSBURG (sk) - Über "Herzklappenerkrankungen - defekte Ventile im Herzen" klärte  Dr. Michael Sigg, Chefarzt der Kardiologie und internistischen Intensivmedizin am Krankenhaus St. Elisabeth, seine interessierten Zuhörer auf. Der Vortrag fand im Rahmen des Herzmonats der Deutschen Herzstiftung statt und lockte annähernd 90 Besucher ins Café im Spital.

Ungefähr drei Milliarden mal schlägt das Herz in unserem Leben. Mit jedem Schlag gelangen 70 Milliliter Blut in den Kreißlauf, in einer Minute fünf Liter, das sind an einem Tag rund 7.500 Liter und in einer Arbeitswoche über 30.000 Liter. Bei einem 70-jährigen Menschen hat das Herz 46 Öltanks voll Blut durch den Organismus gepumpt. Eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, dass das Herz nicht viel größer als eine menschliche Faust ist.

Dr. Sigg vergleicht den Mensch mit einem Auto: "Der Herzmuskel ist der Motor, der uns am Leben hält so wie der Motor eines Autos." Und ebenso wie ein Fahrzeug bekommt das Herz im Alter Verschleißerscheinungen. Sigg veranschaulicht den Aufbau des Herzens und die Funktion der Herzklappen. "Die Klappen sind die Ventile des Herzens. Ihre Aufgabe besteht darin, das Blut in die richtige Richtung zu leiten und einen Rückfluss des Blutes zu verhindern", erklärt der Kardiologe. Dazu ist es notwendig, dass sie sich schnell vollständig öffnen und schließen können. Tun sie das nicht mehr, kann es gefährlich werden. Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung werden Klappenerkrankungen immer häufiger. Im wesentlichen unterscheidet man zwei Formen: die Undichtigkeit der Klappe (Klappeninsuffizienz) und die Einengung beziehungsweise Verkalkung der Klappe (Klappenstenose). Beide Formen führen im Laufe der Zeit zu einer schweren Belastung des Herzens und können Herzrhythmusstörungen sowie Herzschwäche verursachen.

Die häufigste aller Klappenerkrankungen ist die Aortenklappenstenose, eine Einengung der Klappe zur Hauptschlagader. Diese führt bei den Patienten zu schneller Erschöpfung, Husten durch Wasser in der Lunge, häufiges nächtliches Wasserlassen und Atemnot. Ein leichter Herzklappenfehler kann medikamentös behandelt werden, aber, so Sigg: "Ein schwerer Klappenfehler bildet sich nicht zurück. Es muss operiert werden." Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: den Klappenersatz und die Klappenrekonstruktion. "Wir versuchen soviel wie möglich mit eigenem Gewebe zu rekonstruieren", erklärt der Chefarzt. Im Falle eines Klappenersatzes unterscheidet man zwischen künstlicher und Bioprothese zum Beispiel von einem Schwein. Eine mechanische Klappe hält ein ganzes Leben, Nachteil ist die lebenslange Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Dies bleibt dem Erkrankten bei einer biologischen Klappe erspart. Dafür liegt deren Lebensdauer bei durchschnittlich 10 bis 12 Jahren. "Deshalb muss immer genauestens überprüft werden, was für den Patienten die beste Lösung ist", sagt Dr. Sigg. Auch bei älteren Menschen, die noch eine gute körperliche Verfassung haben, kann operiert werden. "Dabei geht es nicht darum, noch ein paar Jahre rauszuschinden, sondern, um das Gewinnen von Lebensqualität", schließt der Kardiologe seinen Vortrag.








Dr. Sigg bei seinem Vortrag.

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