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08.09.08 - Das EK spielt im Netzwerk der Verletztenversorgung eine zentrale Rolle

RAVENSBURG (wil) - In einem Traumanetzwerk wollen die Krankenhäuser in den Landkreisen Ravensburg, Bodensee und Sigmaringen die Versorgung Schwerverletzter weiter optimieren. Es kommt vor allem darauf an, dass Verletzte möglichst schnell in die für sie geeigneten Klinik kommen. Eine zentrale Rolle spielt in diesem Netzwerk das Krankenhaus St. Elisabeth in Ravensburg. Darüber informierten sich die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß (Zollernalb/Sigmaringen) und Dr. Andreas Schockenhoff (Ravensburg/Bodensee) bei einem Besuch im EK.

"Zu keinem anderen Thema bekommen wir Abgeordneten soviel Post wie zur Gesundheitspolitik", unterstrich Dr. Schockenhoff, Vorsitzender der CDU im Bezirk Württemberg-Hohenzollern. Zusammen mit seinem Fraktionskollegen Thomas Bareiß, Mitglied im CDU-Landesvorstand, nahm er sich einen Nachmittag lang Zeit, um sich über das EK, die Oberschwaben Klinik und die Schwerverletztenversorgung in der ganzen Region zu informieren.
"Auf die goldene erste Stunde kommt es an", betonten Chefarzt Professor Dr. Franz Maurer, Oberarzt Dr. Rainer Zinser und Dr. Herbert Stützle von der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie am EK. Möglichst schnell innerhalb der ersten Stunde nach einem Unfall sollte ein Schwerletzter im Operationssaal liegen. Diese "goldene Stunde", die lange erscheinen mag, ist in der Realität sehr knapp bemessen, erläuterte Dr. Rainer Zinser: Die Rettungskräfte müssen zur Unfallstelle ausrücken, der Verletzte muss in die Klinik transportiert werden, dort müssen für die Untersuchung und Behandlung im Schockraum nochmals 30 bis 40 Minuten angesetzt werden. Die Fachgesellschaft für Unfallchirurgie hat sich bundesweit die Versorgungsstrukturen angesehen. Ergebnis: Über ganz Deutschland hinweg werden jetzt regionale Traumanetzwerke geknüpft.
Eine zentrale Rolle im Netzwerke der Kreise Ravensburg, Bodensee und Sigmaringen spielt das EK. Das Haus verfügt über eine Breite an medizinischen Fachdisziplinen, die der den Universitätskliniken vorbehaltenen Maximalversorgung sehr nahe kommt. Als einziges Haus in der weiteren Umgebung hat das EK zum Beispiel eine Abteilung für Neurochirurgie, die für die Versorgung von Patienten mit schweren Kopfverletzungen unverzichtbar ist, erläuterte Professor Maurer. Ein ähnlich breites Spektrum wie das EK deckt erst wieder die Klinik in Ulm und in Villingen-Schwenningen ab.
Basis für das Traumanetzwerk ist die schon heute gut funktionierende kollegiale Zusammenarbeit zwischen den Ärzten der Kliniken, betonte der Chefarzt. Alle beteiligten Krankenhäuser müssen eine Zertifizierung durchlaufen, deren Kosten die Kliniken selbst tragen. "Für das EK streben wir einen überregionalen Status an", berichtete Professor Maurer. Im Jahr werden etwa 100 Schwerstverletzte in Ravensburg behandelt. Das sind durchschnittlich zwei pro Woche. Wesentlich öfter, nämlich drei bis vier Mal am Tag, wird im EK der Schockraumalarm ausgelöst. Die Notärzte vor Ort können oft nicht mit letzter Sicherheit erkennen, wie gravierend Verletzungen wirklich sind. "Mir ist es lieber, wenn acht oder neun Mal vielleicht unberechtigt Alarm gegeben wird, aber beim zehnten Mal, wenn es darauf ankommt, sofort das gesamte Team parat steht", sagt Professor Maurer.
Die räumlichen Bedingungen für die Notfallversorgung am EK werden sich gleich mit Beginn des Neubauprojektes entscheidend verbessern, erläuterte Eva-Maria Meschenmoser, die Erste Landesbeamtin des Landkreises, den Abgeordneten. Als einer der ersten Schritte wird bereits 2009 an der Nordseite des EK ein neues Notfallgebäude errichtet. Damit werde schon im nächsten Jahr ein Meilenstein für das künftige EK gesetzt. Der Spatenstich für den ersten der beiden großen Bauabschnitte, der unter anderem ein neues Bettenhaus umfasst, erfolgt im Frühjahr 2010.
In die Notaufnahme im EK kommen jedes Jahr rund 30 000 Patienten, ergänzte OSK-Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison. Ausgelegt seien die Räume aber nur auf 10 000. "Wir sind dem Landkreis sehr dankbar, dass dieses Problem nun sehr schnell gelöst wird", sagte Harrison. Zur aktuellen Diskussion über die Krankenhausfinanzierung gab sie den Abgeordneten mit auf den Weg, dass die Rationalisierungsreserven in den Kliniken ausgeschöpft seien. Trotz einer weiter steigenden durchschnittlichen Schwere der Behandlungsfälle sei die Verweildauer in den OSK-Häusern im ersten Halbjahr 2008 nochmals auf knapp unter sieben Tage gesunken. "Mehr ist nicht mehr drin", sagte Harrison.
Das Gesundheitswesen wird für die Politik ein Dauerbrenner bleiben, fasste MdB Thomas Bareiß am Ende des Gesprächs zusammen. "Auch in 20 oder 30 Jahren werden wir uns noch über Gesundheitsreformen unterhalten."

Bild:
Die CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Andreas Schockenhoff und Thomas Bareiß informierten sich unter anderem über das große EK-Bauprojekt. Von links nach rechts Erste Landesbeamtin Eva-Maria Meschenmoser, Dr. Andreas Schockenhoff, Thomas Bareiß, Dr. Herbert Stützle, OSK-Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison, Chefarzt Professor Dr. Franz Maurer und Oberarzt Dr. Rainer Zinser.



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