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06.08.08 - Eine Versorgung am Wohnort bedeutet ein Mehr an Lebensqualität

WANGEN (wil) - Krebspatienten im Westallgäu können auf eine qualitativ hochwertige Behandlung in Heimatnähe vertrauen. Möglich macht es die enge Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus Wangen der Oberschwaben Klinik (OSK) und einer niedergelassenen onkologischen Praxis. "Diese Kooperation in Wangen ist ein Prototyp dafür, wie wir uns eine qualifizierte medizinische Versorgung in der ländlichen Region auch in anderen Bereichen vor-stellen", sagt Dr. Jan-Ove Faust, Direktor Medizin und Behandlung der OSK.

Viel zu oft müssen Krebspatienten aus ländlichen Gegenden für eine halbstündige Infusion eine oder gar eineinhalb Stunden Weg in Kauf nehmen, um eine geeignete Praxis oder Klinik zu erreichen. Dank der Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Hämatologen und Onkologen Privatdozent Dr. Thomas Decker, Dr. Martina Herbrik-Zipp und Dr. Christoph Nonnenbroich sowie dem Krankenhaus Wangen ist dies im Westallgäu anders. "Ambulante Onkologie ist ohne einen stationären Partner nicht denkbar", sagt PD Dr. Decker. Bei Komplikationen, für spezielle Diagnostiken wie Punktionen oder Endoskopie oder für komplexe Therapien müssen die Patienten ins Krankenhaus. Die Klinik muss eine leistungsfähige Innere Medizin haben und sollte auch über eine Palliativstation zur Betreuung Schwerstkranker bis an ihr Lebensende verfügen.

Mit ihrer Inneren Medizin unter der Leitung von Professor Dr. Hans Jörg Steinhardt erfüllt das Krankenhaus Wangen diese Voraussetzungen. "Ungemein wichtig für die Patienten ist aber, dass die Kommunikation zwischen dem niedergelassenen Onkologen und der Klinik funktioniert und der Patient seine Behandlung als einen kontinuierlichen Prozess erlebt", sagt Professor Steinhardt. Eine Selbstverständlichkeit, die vielerorts schon daran scheitert, dass niedergelassene Ärzte und Kliniken eisern auf eine strikte Abgrenzung ihrer Bereiche beharren. Die Lösung in Wangen: PD Dr. Decker kommt einfach ins Krankenhaus, die OSK hat ihn in ihren  Betrieb eingebunden. Seit Jahresanfang ist er über ein Stundendeputat Teilzeitangestellter in der Inneren Medizin und kann je nach Bedarf seine Patienten auch im Klinikbett betreuen.
"Das Krankenhaus am Ort ist für mich als niedergelassener Onkologe sozusagen das stationäre Backup" sagt PD Dr. Decker. Die Klinik gewährleistet den engen Kontakt mit dem Onkologischen Schwerpunkt für die Region, der am Zentralversorgungshaus St. Elisabeth in Ravensburg angesiedelt ist. Zugriff besteht auch jederzeit auf die Kompetenz von Unikliniken, um Zweitmeinungen einzuholen oder auch spezielle Verfahren anzuwenden. Von Vorteil für die Patienten ist die Teilnahme an Studien im Zuge einer solchen Zusammenarbeit, um vielversprechende Substanzen frühzeitig in der Therapie einsetzen zu können.

Wird eine Operation nötig, können die meisten Patienten ebenfalls im Krankenhaus Wangen versorgt werden. Nur in wenigen schweren Fällen müssen sie die Ärzte entweder ans EK nach Ravensburg oder an eine Uniklinik verweisen.
"Eine Kommunikation auf Augenhöhe ist Grundvoraussetzung, um unsere Versorgungsstrukturen noch weiter zu verbessern", sagt PD Dr. Decker. "Wir haben untereinander in Wangen keine Konkurrenz- oder Berührungsprobleme", stimmt ihm Professor Steinhardt zu. Optimal für die Patienten ist ein Versorgungsviereck, in dem die örtlichen Haus- und Fachärzte, die Onkologische Fachpraxis, das Krankenhaus Wangen und der Onkologische Schwerpunkt Ravensburg ihre Kompetenzen zusammenführen. Bedarf ist im Allgäu vorhanden. In die onkologische Fachpraxis in Wangen kommen rund 300 Krebspatienten pro Quartal. Überwiegend geht es um komplexere Therapien. Die meisten Patienten kommen auch mit der Klinik in Berührung. Bei den gemeinsamen Tumorkonferenzen im Krankenhaus, die seit Januar 2008 stattfinden, besprechen die Ärzte jede Woche etwa 10 Fälle, um gemeinsam zu einem individuellen Therapiekonzept für jeden Patienten zu kommen.
Die Zahl der Krebspatienten, die betreut werden müssen, wird stark steigen, erläutert Dr. Jan-Ove Faust. Die Patientenzahl wird schon im Jahre 2020 um ein Drittel höher liegen als heute. Das geht auf zwei Entwicklungen zurück: zum einen werden Krebserkrankungen in einer älter werdenden Gesellschaft häufiger, zum anderen überleben immer mehr Patienten den Krebs. Die Antikörpertherapie hat in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht, erläutert Dr. Decker. Vor 25 Jahren hat nur jeder zweite Krebskranke fünf Jahre nach der Diagnose noch gelebt. Heute sind es zwei Drittel. Beim Prostatakrebs stieg die Überlebensrate von 69 Prozent um über 20 Prozent an. Nach der Diagnose Brustkrebs überlebten vor einem Vierteljahrhundert noch 75 Prozent der Frauen die nächsten fünf Jahre. Heute sind es fast 90 Prozent. "Diese Zahlen bestätigen uns darin, dass unser Versorgungskonzept für die Region um Wangen zukunftsweisend ist", sagt Dr. Faust. Sich nicht nur auf die großen Zentren zu konzentrieren, sondern sich auch um die Strukturen im ländlichen Raum zu bemühen, bedeute für die Krebskranken ein Mehr an Lebensqualität.



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