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21.07.08 - Fegert: Medienkonsum ist auch eine Erziehungsfrage

RAVENSBURG (zfp) - "Die Dosis macht das Gift." Das Paracelsus-Wort benützte der Ulmer Kinder- und Jugendpsychiater Professor Dr. Jörg Fegert bei einer Tagung über Medienkonsum und Abhängigkeit bei Jugendlichen im Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau (ZfP). Mehr als 200 Gäste - Psychiater, Therapeuten und Pädagogen waren zum Symposion gekommen.

Viel Missverstandenes und Katastrophisierendes werde über Jugendliche und Computerspiele oder Internet berichtet, führte Chefärztin Professor Dr. Renate Schepker, aus. Die Weissenauer Abteilungsleiterin sagte, Eltern fühlten sich in der virtuellen Welt "wie Einwanderer in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht verstehen".

Dabei, so ergab die Tagung, birgt sich im Umgang mit Computerspielen und Internetforen oder so genannten Chatrooms, durchaus die Gefahr, dass die wirkliche Welt sich mit dem Idealisierenden der virtuellen Welt vermischt. Auch Abhängigkeiten von den so genannten neuen Medien können sich entwickeln. Und es ist erwiesen, dass bestimmte Gewaltdarstellungen im Internet ebenso wie im Fernsehen sich auf manche Konsumenten verstärkend auswirken. Dabei kommt es nicht unbedingt darauf an, was die Kinder sehen, sondern wie viel Gewalt sie sehen.

Doch dies muss nicht zwingend der Fall sein. Die Anonymität des Internets beispielsweise biete gerade Jugendlichen die Möglichkeit, in andere Rollen zu schlüpfen und sich auszuprobieren. Insgesamt gehe es freilich darum, durch Erziehung auf Kinder und Jugendliche so einzuwirken, dass sie einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien lernen und die in den einzelnen Systemen lauernden Gefahren erkennen.

Dass auch kleine Kinder bereits Fertigkeiten entwickeln mit dem Computer, verhehlten die Fachleute ebenso wenig, wie sie vor möglichen Folgen wie körperlichen Schäden und sozialer Isolation warnten. Diverse Studien aus den vergangenen zehn Jahren wurden angeführt, um einzelne Thesen zu untermauern. Bislang wenig Erkenntnisse gibt es jedoch, was Langzeitfolgen betrifft. Da haben die Wissenschaftler noch ein weites Feld zu beackern.

Sie forderten jedoch Eltern und Erzieher auf, genau hinzuschauen, was Jugendliche am Computer treiben und auf welchen Internetseiten sie sich bewegen. In einem eigenen Raum wurden gängige Spiele vorgeführt. Neue Wege ergeben sich durchs Internet auch in der Psychotherapie. Dr. Stephanie Bauer von der Universität Heidelberg berichtete von einem Angebot, dass sich an junge Erwachsene mit gestörtem Essverhalten wendet. Psychotherapie per Chat könne aber niemals eine Behandlung ersetzen. Zur Prävention und zur Nachsorge sei dies aber für manche Patienten ein geeigneter Weg.

Weitere Informationen zu den einzelnen Vorträgen gibt’s unter www.zfp-web.de.








Medienkonsum und Abhängigkeit bei Jugendlichen

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