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02.06.08 - Beim Schlaganfall zählt jede Minute

RAVENSBURG (svh) - Im Falle eines Schlaganfalls zählt jede Minute. Entscheidend für eine spätere Genesung ist, dass die Betroffenen möglichst schnell in die Schlaganfallstation des Krankenhauses St. Elisabeth (EK) kommen. Dies betonte Privatdozent Dr. med. Dietmar Bengel am Dienstag Abend vor 120 Zuhörern im Heilig-Geist-Spital.

"Die Versorgungsstruktur in Ravensburg ist gut", sagte Dr. Bengel. Wer mit einem Schlaganfall ins EK kommt, wird dort in der spezialisierten Stroke-Unit bestmöglich versorgt. Der Chefarzt rät dazu, bei Schlaganfallverdacht sofort den Notarzt zu rufen und die Betroffenen nicht selbst zur Klinik zu fahren. Der Rettungsdienst bringe die Patienten ohne Umwege über die normale Notaufnahme direkt auf die Schlaganfallstation. "Ein Schlaganfall ist ein Notfall", unterstrich der Arzt. 900 Patienten aus der ganzen Region werden jedes Jahr auf der Schlaganfallstation versorgt.
Liege der Beginn der Symptomatik nur wenige Stunden zurück, werde versucht, das verschlossene Blutgefäß mittels einer Lyse wieder zu öffnen, erläuterte PD Dr. Bengel. Bei der Lysetheraphie werde das Gerinnsel im Kopf medikamentös aufgelöst. Schnelligkeit sei im Falle eines Schlaganfalles von größter Bedeutung. Innerhalb eines Zeitfensters von drei Stunden würden bei der Behandlung die besten Erfolge erzielt werden. Die immer noch zu weit verbreitete falsche Meinung  "es gibt keinen Grund zur Eile, es ist nur ein Schlaganfall" könne verhängnisvolle Folgen haben.

Zur guten Versorgungsstruktur in Ravensburg gehöre auch die Schlaganfallinfostelle am EK. Die von der Wilhelmsdorferin Karin Geffers ehrenamtlich betriebene Beratungsstelle ist einzigartig in Deutschland. Karin Geffers hat selbst einen Schlaganfall erlitten. Aus eigenem Erleben heraus kann sie Betroffenen und Angehörigen Tipps geben, wie sie mit den Folgen umgehen können.

Da es jeden, auch junge Menschen, treffen kann interessierten sich die Zuhörer insbesondere dafür, woran man einen Schlaganfall erkennt. PD Dr. Bengel erläuterte, dass  die Symptome eines Schlaganfalls oft nicht als solche wahrgenommen werden, da ein Schlagfall keine Schmerzen bereitet. Genau deshalb sei er so heimtückisch. Auch seien die Symptome mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Lähmungserscheinungen mit oder ohne Taubheitsgefühl sowie die Unfähigkeit, Gesprochenes zu verstehen, seien Anzeichen für einen möglichen Schlaganfall. Auch beim einseitigen Verlust der Sehfähigkeit, bei Sprach- oder Sprechstörungen müsse von einem Schlaganfall ausgegangen werden. Bei solchen Anzeichen solle sofort der Notarzt gerufen werden. Schon im Rettungswagen könnten erste Maßnahmen ergriffen werden.

Wer läuft Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden? Wie lässt sich vorbeugen? Diese Fragen bewegten die Zuhörer. Der Lebenswandel hat verständlicher weise Auswirkungen auf das Schlaganfallrisiko, erläuterte PD Dr. Bengel. So erleiden Menschen, die sich gesund ernähren, keinen erhöhten Blutdruck haben, nicht rauchen, keine Drogen nehmen und sich genügend bewegen weniger oft einen Schlaganfall wie Menschen, die sich nicht so gesundheitsbewusst verhalten. Wer  an Diabetes leidet, erhöhte Blutfettwerte, Herzerkrankungen oder Übergewicht hat oder bereits von einem Schlaganfall betroffen war, habe ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Außerdem dürfe die erbliche Vorbelastung nicht aus den Augen verloren werden. Kämen mehrere dieser Faktoren zusammen erhöhe sich das Schlaganfallrisiko bis auf das 20-fache. Wer vorbeugen will, muss sich seiner Risikofaktoren bewusst sein und etwas dagegen tun, riet der Chefarzt.








Krankenhaus St. Elisabeth

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