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07.03.08 - Sofagespräche bieten Medizin in Wohnzimmeratmosphäre

RAVENSBURG (kk) - Das Vogthaus wird als öffentliches Wohnzimmer für die Stadt Ravensburg bezeichnet. Die Oberschwaben Klinik macht von dem Angebot Gebrauch und lässt ihre Ärzte auf dem roten Sofa in dieser Begegnungsstätte Platz nehmen. Professor Dr. Günther J. Wiedemann hat als erster mit Bürgerinnen und Bürgern über medizinische Themen diskutiert.

Seine Gäste für das Sofagespräch waren 16 Frauen und zwei Männer des Seniorentreffs in Ravensburg. Die Erwartung und die Spannung war auf beiden Seiten groß. Doch schnell hatte Wiedemann seine Zuhörer in die Diskussion eingebunden und gleich auch die Lacher auf seiner Seite.

Ein gutes Gesundheitswesen hat die Senioren im Blickfeld und kümmert sich um sie. Mit dieser These lockte er seine Diskussionspartner aus der Reserve. Sein gut informiertes Publikum hatte jede Menge Fragen zum Thema Krebs. In einer großen deutschen Tageszeitung war über eine neue Therapie bei Krebs zu lesen. Diese beruhe einzig und allein auf die Gabe von Medikamenten. Wiedemann verwies auf gesicherte Studien, die bei einer guten mehrgleisigen Therapie eine hohe Lebenserwartung verspricht. "Krebs ist ein Experiment der Natur", sagte Wiedemann. "Je älter Menschen werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken", erklärte Wiedemann die hohe Anzahl von Krebspatienten.

Die rüstigen Senioren interessierten sich auch für Prävention. Wiedemann riet zu einem gelasseneren Umgang bei abweichenden Normwerten. "Wir müssen von der Besessenheit von Cholesterinwerten abkommen. Herzinfarkt und Gehirnschlag hängen nicht von der Butter ab", so der Mediziner. Es gehe darum, die Lebensqualität zu erhalten.

Bewegung ist für Wiedemann das wirkungsvollste Anti-Aging-Produkt: "Aktive Menschen sind fitter und sehen jünger aus." Gegen einen maßvollen Genuss sei dagegen nichts einzuwenden. Ansonsten sei es wie in der Schauspielerei: "Schauen Sie, ich spiele nicht mehr den stürmischen Liebhaber, sondern nun die Charakterrollen", lautet sein Credo, das eigene Alter zu akzeptieren.

Nachdenklich wurden die Zuhörer bei dem Thema Palliativmedizin. Das Ziel dieses Teilbereichs der Medizin ist es, die verbleibende Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Das Lindern von Schmerzen ist die vorrangigste Aufgabe. Wiedemann spricht sich vehement gegen eine aktive Sterbehilfe aus: "Wir dürfen nicht in Gottes Handwerk eingreifen." Dass es immer Hoffnung gibt, belegt sein Beispiel eines hirntoten Polizisten. Nach drei Monaten im Koma ist dieser wieder erwacht.

Bei diesem Sofagespräch wurden viele Themen rund um die Medizin und deren Grenzbereiche abseits von persönlichen Krankheitsbildern diskutiert. Nach neunzig Minuten gingen die Teilnehmer zufrieden aus dieser nicht alltäglichen Diskussionsrunde. Das neue Angebot der Oberschwaben Klinik soll jeden zweiten Monat stattfinden.

Bildunterschrift:
Professor Dr. Wiedemann hatte interessierte und gut informierte Diskussionspartner bei dem Sofagespräch in Ravensburgs öffentlichem Wohnzimmer im Vogthaus.










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