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25.01.08 - Ein sicherer Hafen im Allgäu

WANGEN (kk) - Was vor 20 Jahren nur auf Probe angelaufen ist, hat sich mittlerweile als Erfolgsmodell etabliert. "Die zentrale Notaufnahme am Krankenhaus Wangen ist ein sicherer Hafen in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung im Allgäu", bescheinigte der Direktor für Medizin und Behandlung der OSK, Dr. med. Jan-Ove Faust. Insgesamt 200.000 Patienten wurden bisher in der Wangener Notaufnahme versorgt. Das entspricht der Bevölkerung der des Landkreises Ravensburg.

Bis Mitte 1987 existierten am Krankenhaus eine internistische sowie eine chirurgische Wachstation mit jeweils 10 Betten. Beide Stationen hatten auch eine Aufnahmefunktion für unklare Fälle sowie schwer kranke Patienten, die der Rettungsdienst einlieferte. Die Zusammenlegung zu einer interdisziplinären Station ging mit einer Reduzierung der Betten einher. Die Aufnahmefunktion konnte nicht mehr aufrechterhalten werden. So musste eine Alternative gefunden werden.

Die erste Initiative für eine interdisziplinäre Notaufnahme scheiterte zunächst. Die Kosten erschienen zu hoch und die Notwendigkeit wurde nicht erkannt. Doch der ehemalige Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, Dr. Anton Bungartz, sprach sich weiter für dieses moderne Konzept aus. Zur Seite standen ihm Maria Fiebig, Pflegedienstleitung, und Reinhard Kiechle, der damalige Leiter der internistischen Intensivstation. Als dann noch der neu berufene Chefarzt der Chirurgie, Dr. Thomas Hewel, über seine positiven Erfahrungen aus dem Klinikum rechts der Isar berichtete, war ein weiterer Fürsprecher gewonnen. Sie waren überzeugt, dass dieses Modell Zukunft hat.

Die Befürworter versprachen sich viele Vorteile durch eine zentrale Notaufnahme. Durch die räumliche Konzentration verkürzen sich die Wege in der Diagnostik, wie Röntgen, Labor oder EKG. Ein auf die Versorgung von Notfällen eingespieltes Team kann frühzeitig die Weichen für eine optimale Versorgung stellen. Für die Patienten sollte sich die Wartezeit verkürzen. Angesichts dieser Argumente entschloss sich die Verwaltung zu einem Probelauf.

Am 4. Januar 1988 wurde die Testphase gestartet. Nur vier Mitarbeiter gewährleisteten die 24-Stunden-Besetzung. Im ersten Jahr wurden etwa 6.000 Patienten versorgt. Der erwartete Nutzen stellte sich in kürzester Zeit ein, so dass sich die Notaufnahme als fester Bestandteil des Krankenhauses etablierte. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Notaufnahme exakt 12.334 Patienten. In den Sommermonaten benötigen bis zu 50 Patienten an einem einzigen Tag eine chirurgische Versorgung. Vermehrte Freizeitaktivitäten führen zu mehr Verletzungen, aber auch zu einer Zunahme von Herz-Kreislauf-Problemen. Internistische Fälle schlagen eher in den Wintermonaten zu Buche. Dann werden an Spitzentagen bis zu 20 Patienten von der Notaufnahme behandelt.

Das Team ist zwischenzeitlich auf 9 Kolleginnen und Kollegen angewachsen, um dem gestiegenen Bedarf gerecht zu werden. Sie teilen sich 7,3 Stellen. Auch das Spektrum der Erstversorgung hat sich in den Jahren um die Disziplinen Gynäkologie und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde erweitert. In all den Jahren waren nur 19 Schwestern und Pfleger in der Notaufnahme tätig, ein Beleg für die Kontinuität. Wie wegweisend die Einrichtung der zentralen Notaufnahme damals war, zeigt, dass viele andere Krankenhäuser erst kürzlich eine zentrale Notaufnahme eingerichtet haben.








v.l.: Siegfried Wagner,Brigitte Schmid, Reinhard Kiechle, Dr. med. Jan-Ove Faust

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