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22.12.07 - Ein Schutzengel für Patienten

RAVENSBURG (sk) - Seit 22 Jahren verteilen die Seelsorger des Krankenhauses St. Elisabeth (EK) in Ravensburg an Heilig Abend kleine Schutzengel an die Patienten. Jeder Engel ist ein Unikat, keiner gleicht dem anderen, denn sie sind alle liebevoll von Hand gemacht. Etwa 500 Stunden investiert Anka Renic aus Baindt jedes Jahr, um 500 bis 600 Engel in allen möglichen Variationen herzustellen.

Über 10.000 Engel hat sie in den letzten Jahren hergestellt. Über 11.000 Stunden dürften sie daran gesessen haben. Das ist viel Zeit, in einer Zeit, in der niemand mehr Zeit für seinen Nächsten hat. Aber Anka Renic macht es gerne: "Wenn sich nur jede fünfte Patient über den Engel freut, bin ich schon glücklich!"

Mit viel Elan macht sie sich jedes Jahr ans Werk. Schon im Januar startet sie mit der Vorarbeit. Aus Gips werden die Engel in Silikonformen gegossen. Dann müssen sie trocknen und im Hobbykeller der Familie Renic acht Monate ausharren. Erst im Oktober beginnt Anka Renic dann mit der Hauptarbeit. Jeder Engel wird angemalt und muss dann einige Tage trocknen. Danach werden die Engel lackiert und müssen wieder trocknen. Zum guten Schluss bekommt jeder kleine Schutzengel sein eigenes Gesicht. Liebevoll malt Anka Renic Münder und Augen in die Engelsgesichter.

Anstoß für dieses Engagment war ein Erlebnis vor 22 Jahren. Anka Renic hatte eine Frühgeburt. Sie lag vier Tage lang im Koma, das Kind im Brutkasten. Es sah nicht gut für sie aus. "Ich bin mir sicher, dass ich damals einen Schutzengel hatte. Denn alles ist gut gegangen. Ich war so dankbar und wollte einfach etwas zurückgeben," erzählt sie. So entwickelte sich die Idee, Patienten, die  an Heilig Abend im Krankenhaus liegen müssen, einen Schutzengel zu schenken. "Als ich aus dem Koma erwachte, hatte ich das Gefühl ich wurde aufgeweckt zu neuem Leben. Dieses Gefühl wollte ich an andere Menschen weitergeben," so Anka Renic.

Manches Jahr hat sie schon befürchtet, ihre Arbeit nicht fertig zu bekommen. Aber dank der Unterstützung von Familie, Freunden und Kollegen hat es immer funktioniert. Der Ehemann hilft genauso wie die drei Kinder. "Ich habe in der Arbeit meine Erfüllung gefunden und bin meiner Familie sehr dankbar. Sie hat immer zu mir gehalten, auch wenn es oft monatelang im Haus nach Farbe roch," lächelt Anka Renic.








Anka Renic bemalt jedes Jahr 500 bis 600 kleine Schutzengel für Patienten des EK.

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