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04.12.07 - Patientenlotsen optimieren den Behandlungsverlauf

RAVENSBURG (kk) - Das Modell "Case Management" ist in der Zukunft wegweisend. In diesem Punkt waren sich die 150 Experten aus der Pflege, die sich zum Erfahrungsaustausch im Schwörsaal getroffen, einig. In der OSK wird bereits seit Anfang 2006 an der Einführung und Umsetzung von Case Management gearbeitet. Über alle Kliniken des Verbundes arbeiten Mitarbeiter seit Oktober 2006 nach dem Case Management-Ansatz. Luzia Schmid koordiniert das Projekt. Patientenlotsen, wie sie auch genannt werden, koordinieren und begleiten den Behandlungsverlauf eines Patienten während des Aufenthaltes in der Klinik.

Rund 80 Prozent aller Patienten können über Behandlungspfade, die die Standards der medizinischen Fachgesellschaften berücksichtigen, erfolgreich behandelt werden. Die restlichen 20 Prozent benötigen spezielle individuelle Versorgungspfade. Vor allem bei älteren Menschen liegen komplexere Versorgungssituationen vor, meist bedingt durch chronische oder Mehrfacherkrankung. Sie benötigen eine individuelle Betreuung über den gesamten Behandlungsverlauf hinweg.

In erster Linie soll durch diesen Case Management-Ansatz die Patientenorientierung gesteigert werden. Die Lotsen begleiten und betreuen den Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung. Sie koordinieren die interdisziplinäre Behandlung. Da sie in sehr intensivem Kontakt mit dem Patienten stehen, können sie den Kollegen schnelle Rückmeldung über den Heilungsprozess geben und bei Bedarf die Therapie anpassen. Der Austausch zwischen Pflegepersonal, behandelnden Ärzten, Therapeuten sowie anderen Berufsgruppen gestaltet sich intensiver. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit hat sich im Sinne einer Vernetzung verbessert.

Diesen Aspekt stellt Dr. med. Thomas Wißmeyer, Chefarzt der Chirurgie am Krankenhaus in Isny, hervor: "Dieser Informationsgewinn ist für den behandelnden Arzt von großem Nutzen." Unterstützt werden die Ärzte darüber hinaus bei administrativen Aufgaben und bei der Dokumentation. Er bescheinigt den Patientenlotsen eine hohe Motivation und eine außergewöhnliche Kompetenz.

Auch die Sozialberatung profitiert von den Patientenlotsen. Die erfahrenen Pflegekräfte erkennen frühzeitig den Bedarf einer Beratung. So können weiterführende Maßnahmen wie eine Anschlussheilbehandlung, die Beschaffung von Hilfsmitteln oder ein Platz in einem Pflegeheim rechtzeitig organisiert werden. Das Entlassmanagement als Teilaufgabe im Case Managementprozess soll noch weiter ausgebaut werden und künftig institutsübergreifend eingesetzt werden. Insbesondere ambulante Pflegedienste und Pflegeheime sollen in das Konzept eingebunden werden, so dass die Patientenübergabe reibungslos geschieht.

Die kontinuierliche Betreuung der Patienten vermittelt ihnen und den Angehörigen mehr Sicherheit und mehr Orientierung. Aber auch die Pflegenden erleben mehr Wertschätzung durch die größere Verantwortung, die sie übernehmen.

Das Case Management trägt maßgeblich nicht nur zu einer optimierten Patientenorientierung sondern auch zu einer effizienteren Steuerung des Behandlungsprozesses bei. Ressourcen werden besser ausgeschöpft. Angesichts des Kostendrucks im Gesundheitswesen stellt dies einen willkommenen Effekt dar. Er belegt, dass sich optimale Versorgung und wirtschaftliches Handeln nicht gegenseitig ausschließen.

Zu Bild 1:
Stefanie Hoffmann (Patientenlotsin), Luzia Schmid (Koordinatorin des Case Management in der OSK), Wolfgang Wild (Patientenlotse) und Beate Baeske-Finken (Sozialberatung) diskutieren angeregt mit den Teilnehmern des überregionalen Pflegetages.








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© 2002 by Netzwerk Gesundheit im Landkreis Ravensburg, Welfenstraße 2, 88212 Ravensburg