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30.11.07 - Fegert: Arbeit und Familie in ausgeglichenes Verhältnis bringen

RAVENSBURG (zfp) - "Die Balance ist dann gelungen, wenn die Beschäftigten ihr Arbeits- und Familienleben in ein ausgeglichenes Verhältnis bringen können." Der Ulmer Professor Dr. Jörg Fegert hat am Mittwoch im Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau (ZfP) bei einer Tagung zum Krankenhaus als familienfreundliches Unter-nehmen gesprochen.

Fast die Hälfte aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ZfP sind teilzeitbeschäftigt. Dabei genießen sie flexible Arbeitszeitmodelle, 800 verschiedene Schichtmodelle und Job-Sharing. Das Unternehmen hat Telearbeitsplätze eingerichtet und unterstützt die Fachkräfte beim Wiedereinstieg in den Beruf. Es gibt Kinderbetreuung. Sonderurlaub wird kurzfristig genehmigt, wenn Kinder betreut oder Angehörige gepflegt werden müssen.

Damit bindet die Weissenau ebenso wie ihre Schwesterzentren im Verbund - Bad Schussenried und Münsterklinik Zwiefalten - die Mitarbeiter. Und es profitiert von ihnen. Denn wenn sie nach Familienpause zurückkommen, haben sie zahlreiche Schlüsselqualifikationen wie Organisations-, Sozial- und Kommunikationskompetenz erworben.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bezeichnet solche familienfreundlichen Unternehmensstrukturen als "knallharten Wettbewerbsfaktor". Der Ulmer Professor Jörg Fegert, Berater der Bundesministerin wie auch ihrer Länderkollegin Monika Stolz, die die Schirmherrschaft für die Weissenauer Tagung übernommen hatte, bestätigte dies. Er forderte, familienbewusste Personalpolitik nicht nur in den Köpfen sondern auch in den Unternehmenszielen oder im Leitbild zu verankern.

Viele Angebote in den Unternehmen seien mittlerweile selbstverständlich geworden, so dass darüber nicht gezielt informiert werde. "Aber genau das müssen Sie herausstellen, wenn Sie eine Stelle ausschreiben und wollen, dass sich qualifizierte Frauen darauf bewerben", empfahl er dem Publikum, das sich aus Betriebsleitern, Personalverantwortlichen und Beschäftigtenvertretern von Krankenhäusern, sozialen Einrichtungen aber auch Wirtschaftsunternehmen und Behörden zusammensetzte.

Fegert machte in seinem Vortrag auch klar, dass Krankenhäuser wie auch Universitäten Vorreiterrollen einnehmen sollten. ZfP-Geschäftsführer Wolfgang Rieger betonte, die im Psychiatrieverbund etablierte Lösung lasse sich durchaus auf andere Unternehmen übertragen. Rieger, der auf qualifizierte Fachleute nicht verzichten kann erklärte: "Es muss möglich sein, ein kleines Kind auch mal mit ins Büro zu bringen. Das durfte ich als Assistent an der Uni auch, und ich war sehr froh darüber. Also muss ich das meinen Mitarbeitern doch auch ermöglichen!"

Ein Ansinnen, das der Psychiater Professor Dr. Tilman Steinert und seine Kollegin Dr. Isabel Böge durchaus teilen. Kinder profitierten durchaus davon, wenn sie in die Arbeitswelt der Eltern einblicken könnten und dabei qualifiziert betreut werden, betonte die Kidner- und Jugendpsychiaterin. Gleichwohl verhehlten beide nicht, dass familienfreundliche Strukturen auch Kollegen belasten können.

Eine Frage der Unternehmenskultur sei dies, sagte Dr. Astrid Bühren. Die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes rief dazu auf, bereits bei Bewerbungsverfahren die Partner und die Familiensituation der künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu berücksichtigen. Ärztinnen und Ärzte wie Beschäftigte anderer Berufsgruppen seien auf Unterstützung angewiesen. Kompetent ausgebildete Kräfte dürften sich nicht zwischen Familie und Karriere entscheiden müssten.

Darin weiß sie sich einig mit Jörg Fegert: "Die Balance ist dann gelungen, wenn die Beschäftigten ihr Arbeits- und Familienleben in ein ausgeglichenes Verhältnis bringen können."








Prof. Dr. J. Fegert schätzt den ZfP-Verbund, weil er familienfreundliche Arbeitsplätze anbietet.


Dr. Astrid Bühren, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes.


Das aufmerksame Publikum hört zu.

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