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30.11.07 - Das EK wird am bisherigen Standort zu wesentlichen Teilen neu gebaut

RAVENSBURG (wil) - Das Krankenhaus St. Elisabeth wird am bisherigen Standort in Ravensburg zu großen Teilen neu gebaut. Die Alternative, einen kompletten Neubau an einem anderen Standort, verfolgt der Landkreis nicht mehr weiter. Das Bauprojekt wird in zwei Abschnitte aufgeteilt, die innerhalb von acht Jahren fertig sein sollen. Den Planungsauftrag für das "Jahrhundertprojekt" des Landkreises hat der Kreistag an das Stuttgarter Architekturbüro Arcass vergeben.

Vom bisherigen EK bleiben nach dem Entwurf von Arcass nur die vergleichsweise jüngeren Teile stehen. Dies sind der 1992 eingeweihte Funktions- und Behandlungsbau, das 1984 errichtete Bettenhaus an der Südostseite (Richtung Gymnasien) sowie die Strahlentherapie. Alle anderen Teile, die zwischen 1901 und 1969 in verschiedenen Abschnitten gebaut wurden, werden abgebrochen, darunter auch das Hochhaus aus dem Jahre 1962.
Dafür sehen die Architekten mehrere neue Gebäudekomplexe vor. Der bestehende Funktions- und Behandlungsbau wird an seiner Südseite zum Notfallgebäude erweitert. An der Nordseite wird vor dem Funktionsbau ein neues Bettenhaus geschaffen. Das Bettenhaus Südost wird in ein Mutter-Kind-Zentrum, das eine eigenständige Einheit im neuen EK sein wird, integriert. An der Ostseite wird dem EK ein weiteres Gebäude vorgelagert, in dem ein Ärztehaus für niedergelassenen Praxen sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung der OSK untergebracht werden.
Bestehende und neue Gebäude werden in Würfeln zueinander angeordnet, die zusammen das Bild eines vierblättrigen Kleeblattes abgeben. Die Wege werden wesentlich kürzer und damit wirtschaftlicher als im bisherigen EK sein. Durch die Konzentration der Baukörper wird es einen angemessenen Abstand zur Nachbarschaft geben. Der Landeplatz für die Hubschrauber wird auf das Dach des Behandlungsgebäudes verlegt, so dass die Nachbarn weniger Lärm als bisher haben werden. Ein grüner Ring der den Charakter eines großzügig angelegten Gartens hat, wird das neue EK umgeben.
Die Kostenschätzung geht von einem Betrag von 152 Millionen Euro aus. Davon entfallen 60,8 Millionen auf die Bauwerke und 38,6 Millionen auf die Technik. Die Planungskosten liegen danach bei 24,9 Millionen, die Kosten für die Provisorien während der Bauzeit bei 3,2 Millionen. 20 Millionen soll eine zu 60 Prozent erneuerte Ausstattung kosten. Mit fünf Millionen Euro werden die Außenanlagen ohne das geplante Parkdeck angesetzt.
Als Alternative zur Neustrukturierung des EK am bisherigen Standort ist ein kompletter Neubau an anderer Stelle geprüft worden. Hier geht man von Kosten von 173 Millionen Euro aus. Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile waren jedoch OSK, Kreisverwaltung und Kreistag der Meinung, dass die Chancen der Neustrukturierung etwaige Risiken bei weitem überwiegen. Der Arcass-Entwurf könne schnell und abschnittsweise umgesetzt werden. Das EK werde nach seiner Fertigstellung in der äußeren Erscheinung und in seiner Funktionalität einem Neubau in nichts nachstehen. Der Vorschlag der Architekten lasse erwarten, dass der Bettenneubau in viereinhalb bis fünf Jahren bezugsfertig ist. Für die Patienten wird es dann nur noch Ein- oder Zweibettzimmer geben. Es wird erwartet, dass ein kompletter Neubau diese Verbesserungen der Unterbringung der Patienten erst zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt ermöglichen würde.
Das gesamte Projekt wird in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Abschnitt soll das neue Bettenhaus an der Nordseite, den Umbau des Behandlungs- und Funktionstraktes und das Ärztehaus umfassen. Der zweite Abschnitt umfasst den Teilneubau eines Mutter-Kind-Zentrums sowie den Neubau eines Notfallgebäudes. In das Mutter-Kind-Zentrum wird die Kinderklinik, die heute in einem eigenen Gebäude untergebracht ist, integriert. Als maximale Bauzeit hat der Kreistag acht Jahre festgelegt. Losgehen soll es im Jahre 2009. Beim EK-Projekt werden der Landkreis als Bauherr und Träger der Investition sowie die Oberschwaben Klinik als Betriebsträger des Krankenhauses eng zusammenarbeiten.
Das neue EK wird nach den Vorgaben des Sozialministeriums auf 450 Betten zuzüglich zehn Betten für die Palliativpflege und zehn Betten für die Kinderpsychosomatik ausgelegt. Eine Erweiterungsoption besteht, wenn sich durch strukturelle Veränderungen im Landkreis oder über den Landkreis hinaus ein zusätzlicher Bettenbedarf ergeben sollte.
Mit seinen Beschlüssen ist der Kreistag beim EK-Projekt am Ende einer Wegstrecke angelangt, auf der er zahlreiche Grundsatzentscheidungen getroffen hat. Im November 2004 beschloss das Gremium, die Anteile an der OSK und die Immobilie EK von der Sankt Elisabeth-Stiftung zu übernehmen. Im März 2005 erfolgte diese Übernahme. Damals übernahm auch Dr. Elizabeth Harrison die Geschäftsführung der OSK. Im Sommer 2005 wurde das neue medizinische Konzept des Unternehmens beschlossen. Im Januar 2006 fasste der Kreistag die ersten Beschlüsse zur EK-Sanierung, der zahlreiche weitere folgten. Zuletzt wurde der Architektenwettbewerb mit zwei zweiten Preisen und einem Sonderpreis für das Büro Arcass abgeschlossen. Nach der Optimierungsphase der prämierten Entwürfe schlug die Beurteilungskommission dem Kreistag den Arcass-Entwurf zur Annahme vor.

Zu Bild 1:
In zwei großen Bauabschnitten wird das neue EK entstehen. Die Übersicht zeigt, in welcher Reihenfolge vorgegangen wird. Das schraffierte Gebäude ist das künftige Ärztehaus, in das auch die Aus-, Fort- und Weiterbildung einziehen wird.

Zu Bild 2:
So wird das neue EK in der Übersicht aussehen. Vorne das Ärztehaus und Ausbildungszentrum, auf der linken Seite das Mutter-Kind-Zentrum, vorne rechts das neue Bettenhaus Allgemeinpflege.

Zu Bild 3:
So wird der Haupteingang des neuen EK aussehen. Vor dem Mutter-Kind-Zentrum (links) und dem neuen Bettenhaus (rechts) öffnet sich ein großzügig angelegter Zugang.








Bild 1


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© 2002 by Netzwerk Gesundheit im Landkreis Ravensburg, Welfenstraße 2, 88212 Ravensburg