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27.11.07 - Weissenauer Pflegeheim und Frankenhauser Architekten erhalten Gestaltungspreis

RAVENSBURG (zfp) - Mit dem Gestaltungspreis 2007 der Erich und Liselotte Gradmann-Stiftung, der für vorbildliche Milieugestaltung für Demenzkranke vergeben wird, ist das Wohn- und Pflegeheim am Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau (ZfP) ausgezeichnet worden. Bei der Preisverleihung in Stuttgart wurde das Gebäude als "innovative und überzeugende Lösung" zur Versorgung an Demenz Erkrankter gewürdigt.

Im Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau werden nicht nur psychisch Kranke behandelt, es wird auch eine langfristige Heimversorgung angeboten. Im Wohn- und Pflegeheim bestimmen zunehmend Personen mit Demenzerkrankungen das Bild. Dem hat das ZfP Rechnung getragen, indem es eines seiner Gebäude speziell auf die Bedürfnisse dieser Klientel zugeschnitten hat. Um so größer ist die Freude nun bei Heimleiter Dr. Michael Konrad: "Mit unserem eingeschossigen Neubau haben wir es geschafft, eine Gestaltung unserer  Wohngruppen zu erreichen, in der verwirrte Personen Sicherheit und Geborgenheit erfahren. Dies können wir nicht nur bei der vollstationären Pflege erreichen sondern auch bei der Tagespflege und Kurzzeitpflege für Demenzkranke, die zu Hause leben."

Für die Verantwortlichen des Weissenauer Pflegeheims der Weissenau - neben Heimleiter Konrad die leitende Pflegefachkraft Sabine Schock und der Technische Leiter Peter Fischer - erwies sich die Zusammenarbeit mit Alexandra Ennulat und Ulrich Gläser von Frankenhauser Architekten als äußerst anregend. Die Grundbedürfnisse Demenzkranker wurden berücksichtigt und durch die Gebäudeform optimal umgesetzt.

Im Weissenauer Wohn- und Pflegeheim wollen die Verantwortlichen ihren Bewohnern zum einen weitgehend Selbstständigkeit erhalten und andererseits Anregungen geben, sich am Leben in der Gemeinschaft zu beteiligen. Den Alltag zu strukturieren, gemeinsam Mahlzeiten einzunehmen, Wach- und Schlafrhythmen zu finden, gehört ebenso zum Milieu auf der Wohngruppe wie ein möglichst schrankenfreies Leben, wie dies früher in einer Dorfgemeinschaft möglich war.

Mit seiner klaren Struktur vermittelt das Gebäude Sicherheit und Geborgenheit und fördert gleichzeitig die Wahrnehmung und auch die Orientierung. Die privaten Zimmer sind nach außen um einen Rundlauf gruppiert. Zum Zentrum hin, das einer Dorfmitte gleichkommt, liegen die Gemeinschaftsräume und zwei Innenhöfe. Die Bewohner erleben hautnah den Kontakt zur Natur und sind in jahreszeitliche Veränderungen eingebunden.

Architekt Franz Frankenhauser spricht deshalb vom "Haus als Gemeinde". Dieses Konzept mit öffentlichen und privaten, naturnahen und abgeschlossenen Räumen hat er in einem aus zwei zueinander versetzten Ellipsen konstruierten Oval konsequent umgesetzt.

Das Ambiente des Gebäudes lädt zum Verweilen und zum Entdecken ein. Da die Gänge dem ovalen Grundriss angepasst sind, enden sie für die Bewohner nicht unverständlich abrupt, sondern münden als Rundweg immer wieder ins Zentrum der Gruppe, den Gemeinschaftsraum, wo die Bewohner einander treffen.

Der Raum zur Beschäftigungstherapie lädt mit weit geöffneter rot gestrichener Tür zum Besuch ein. Hier können die oftmals unruhigen Bewohner und auch Gäste der Tagespflege beim Basteln oder Mandala-Malen zur Ruhe finden.

Die Erich und Lieselotte Gradmann-Stiftung wurde gegründet, um die Betreuung von Demenzkranken zu verbessern. Der spezifischen Gestaltung des Milieus kommt dabei eine hohe Bedeutung zu. Der Gestaltungspreis wird alle zwei Jahre vergeben und bundesweit ausgeschrieben.

Das Weissenauer Milieu war der Jury eine Auszeichnung wert. In der Laudatio hieß es: "Das Projekt zeigt eine innovative und überzeugende bauliche Lösung, die architektonisch anspruchsvoll ausgeformt ist." Architekt Franz Frankenhauser sagt: "Der Erfolg des Projektes beruht auf einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem ZfP und den Architekten. Es wurden gerontologische und gerontopsychiatrische Erkenntnisse richtungweisend baulich umgesetzt."








Der Gestaltungspreis wird überreicht.


Das prämierte Gebäude.

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