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20.11.07 - Die Gefahr lauert in den Gefäßen

RAVENSBURG (sk) - Fast 80 interessierte Menschen kamen in das alte Refektorium im Krankenhaus St. Elisabeth (EK), um sich über Herzerkrankungen zu informieren. Dr. med. Michael Sigg und Dr. med. Klaus Schlotterbeck verstanden es, die Gäste mit Themen rund um das Herz in ihren Bann zu ziehen. Die beiden Ärzte wiederholen am Donnerstag, 15. November, um 19 Uhr, ihre Vorträge in der Krankenpflegeschule des Krankenhauses Bad Waldsee.

Immer noch erleiden fast 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Jeder dritte davon stirbt, bevor er die rettende Klinik erreicht. "Das muss nicht sein!", sagt Dr. med. Michael Sigg, Chef-arzt der Kardiologie und internistischen Intensivmedizin am EK. Er veranschaulichte, wie ein Herzinfarkt entsteht und wie man durch möglichst schnelles Eingreifen Leben retten kann. Anhand vieler Bilder und Animationen zeigte er, wie es zu einem Verschluss der Gefäße kommt. "Ablagerungen in Arterien sind vergleichbar mit einem Vulkan. Ein Herzinfarkt kommt häufig plötzlich und unerwartet", so Sigg. Das Wichtigste ist, auf die Alarmzeichen zu hören und sofort zu reagieren. Viele Menschen warten zu lange, bis sie einen Notarzt rufen. Vergehen vom Eintreten der ersten Symptome mehr als vier Stunden, sind die Möglichkeiten der modernen Medizin deutlich reduziert. Jede Minute zählt. Dr. Sigg ruft die Bevölkerung auf, den Notarzt ohne Angst vor einem Fehlalarm sofort zu rufen. "Zögern Sie nicht. Wählen Sie bei Anzeichen eines Herzinfarktes sofort die 112!", fordert Sigg. Typische Alarmzeichen sind: Starke Brustschmerzen (Druck, Brennen hinter dem Brustbein), eventuell verbunden mit Angst, Schwitzen, Übelkeit und Atemnot.

Im Anschluss klärte Dr. med. Klaus Schlotterbeck vom Ambulanten Cardiovaskulären Centrum Ravensburg (ACCR) über vorbeugende Maßnahmen sowie über das Leben nach einem Herzinfarkt auf. "Nach dem Infarkt beginnt eine lebenslange Nachsorgephase", klärt Schlotterbeck auf. Eine grundlegende Änderung des Lebensstils ist notwendig. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel, Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Stress gilt es, so weit als möglich, auszuschalten. Dr. Schlotterbeck empfiehlt die sehr gesunde und äußerst schmackhafte Mittelmeerküche. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und mehr Fisch als Fleisch. "Durch regelmäßige Bewegung, am besten 30 Minuten täglich, kann eine Risikosenkung um enorme 50 Prozent erreicht werden", so Schlotterbeck. Es gibt aber auch Risikofaktoren, die nicht zu beeinflussen sind. Dazu zählen das Alter, das Geschlecht und die genetische Veranlagung. Aber auch hier ist die wichtigste Vorsorge, sich frühzeitig einen gesunden Lebensstil anzugewöhnen.

Daneben ist aber auch die richtige Einstellung mit Medikamenten notwendig. So lässt sich ein erhöhter Cholesterinspiegel allein durch einen gesunden Lebensstil maximal um ca. 10% senken. Durch Methoden der modernen Medizin wie das Einsetzen von Stents, das sind Gefäßstützen, die verengte Gefäße offen halten, kann vielen Patienten langfristig geholfen werden. In der Regel ist eine Therapie mittels Herzkathetereingriff möglich. Nur in seltenen Fällen ist eine Bypass-Operation erforderlich. Diese Eingriffe werden mittlerweile täglich durchgeführt und die Operierten sind in der Regel nach zwei bis vier Wochen wieder fit.








Dr. med. Michael Sigg

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