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16.11.07 - Experten fürs Herz antworten am Telefon

RAVENSBURG (sk) - Zwei Stunden lang waren die Experten am Telefon erreichbar und beantworteten die Fragen, die den Menschen aus Ravensburg und Umgebung auf dem Herzen lagen. Nach der Telefonaktion wollten wir von ihnen wissen, welche Fragen am häufigsten gestellt wurden.

Muss eine koronare Herzerkrankung (KHK) immer operiert werden?

Dr. med. Michael Häussler: Wenn eine KHK diagnostiziert wird, muss diese zumindest konsequent medikamentös behandelt werden. Es ist erst dann ein Eingriff mittels Herzkatheter notwendig, wenn der Durchfluss an bestimmten Herzkranzgefäßen ein kritisches Minimum unterschreitet. Dann kommt es zu einer Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff, was zu einem Herzinfarkt führen kann.

Muss nach einer Stentimplantation immer mit einem Herzkatheter kontrolliert werden?

Dr. med. Michael Sigg: Eine Kontrollangiographie ist nur unter bestimmten Voraussetzungen nötig. Zum Beispiel nach einem hochkomplizierten Eingriff oder wenn die Gefahr der Wiedereinengung des Gefäßes sehr hoch ist. Ansonsten nur dann, wenn wieder Beschwerden auftreten oder die Belastungstests Hinweise auf eine erneute Durchblutungsstörung geben.

Wie sieht die optimale Therapie erhöhter Blutfette bei einer KHK aus?

Dr. med. Michael Sigg: Das Wichtigste ist, das schlechte Cholesterin, also das LDL, unter 100 zu senken. Dieser Wert ist nur mit entsprechender Medikation zu erreichen.

Bei welchen Anzeichen muss der Notarzt gerufen werden?

Oberarzt Andreas Klein: Starke Brustschmerzen, auch Druck, Brennen hinter dem Brustbein, eventuell verbunden mit Angst, Schwitzen, Übelkeit und Atemnot. Bei diesen typischen Alarmzeichen für einen Herzinfarkt muss umgehend der Notarzt gerufen werden. Niemals zögern! Jede Minute die man wartet, birgt die Gefahr einer tödlichen Rhythmusstörung. Eine möglichst schnelle Behandlung des Infarktes rettet den Herzmuskel und damit Leben und Lebensqualität.

Was tun bei Herzrhythmusstörungen?

Dr. med. Michael Sigg: Meistens klagen die Patienten über Herzstolpern unter Belastung oder in Ruhe. Es sollte auf jeden Fall zur Abklärung der Symptome ein Arzt aufgesucht werden.

Was heißt Risikokontrolle?

Dr. med. Sieroslawski: Die klassischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes mellitus, hoher Cholesterinspiegel und Stress gilt es, so weit als möglich zu vermeiden und zu behandeln.

Muss ein verschlossenes Herzkranzgefäß nach einer Bypass-OP eröffnet werden?

Dr. med. Dietmar Straub: Wenn die Bypässe völlig intakt und nicht eingeengt sind, ist eine Wiedereröffnung nicht erforderlich.

Wozu gibt es Herzsportgruppen?

Dr. med. Dietmar Straub: Die Patienten können dort unter ärztlicher Aufsicht Sport betreiben. Seit fast 25 Jahren betreue ich eine ambulante Herzgruppe. Früher war es so, dass die Patienten nach einem Herzinfarkt zu mir kamen. Heutzutage wird früher entdeckt, dass ein Mensch herzkrank ist, eventuell wird ein Gefäß wieder eröffnet oder ein Bypass gelegt. Oft fühlen sich die Menschen dann nicht krank genug um in eine Herzgruppe zu gehen. Da sollte mehr Aufklärungsarbeit betrieben werden, um auch die Menschen zu erreichen, die zwar keinen Infarkt hatten, aber trotzdem herzkrank sind. Neben der Bewegung gibt es in diesen Gruppen auch Ernährungsberatung und Unterstützung bei der Umstellung ihres Lebensstils.

Muss zur Diagnostik einer KHK immer ein Herzkatheteruntersuchung gemacht werden?

Dr. med. Ludwig Sieroslawski: Man kann eine relevante Gefäßeinengung auch konservativ weitgehend ausschließen. Es muss ein EKG in Ruhe und insbesondere unter Belastung gemacht werden. Sind die Ergebnisse gut, muss nicht zwingend eine Herzkatheteruntersuchung gemacht werden.

Was kann man vorbeugend tun?

Dr. med. Ludwig Sieroslawski: Ein wesentlicher Punkt ist die Bewegung. Schon wer 3 mal 30 Minuten wöchentlich Sport treibt, kann sein Herzinfarktrisiko um 30 Prozent senken. Jegliche Risikofaktoren sollten vermieden beziehungsweise behandelt werden.








Die Experten am Telefon

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