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14.11.07 - Der Angriff auf die Herzkranzgefäße

WANGEN (kk) - Viele interessierte Zuhörer folgten den Ausführungen von Dr. med. Jörg Maurus über Erkrankungen der Herzkranzgefäße (coronare Herzerkrankungen). In seinem Vortrag am Krankenhaus Wangen legte der Oberarzt der Inneren Medizin eindrucksvoll dar, wie Herzerkrankungen entstehen, wie sie sich äußern und wie sie behandelbar sind. Besonderen Wert aber legte er auf vorbeugende Maßnahmen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen rund die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland. Betroffen sind davon überwiegend Männer. Anders als die erblich bedingten Faktoren lassen sich viele andere Risiken beeinflussen. Die Entstehung von Arterienverkalkung, der Ursache für die Erkrankung von Herzkranzgefäßen, ist ein schleichender Prozess. An erster Stelle warnt Dr. Maurus vor dem Rauchen: "Das Nichtraucherschutzgesetz stell eine wirkungsvolle Maßnahme gegen den Herzinfarkt dar, denn auch passiv rauchen ist gesundheitsgefährdend."

Als weitere Risikofaktoren nennt der Kardiologe Bewegungsmangel, Übergewicht, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen. Diese Faktoren lassen sich jedoch bewusst beeinflussen. Maurus empfiehlt die Mittelmeerküche mit mehr Obst, Gemüse, Kohlenhydraten und pflanzlichen Fetten. Er rät auch, weniger Fleisch und dafür häufiger Fisch zu essen. "Die Mittelmeerküche ist keine Diät mit Entbehrungen sondern eine sehr schmackhafte Küche", so Maurus.

Ein weiterer Tipp des Kardiologen: "Bewegen Sie sich regelmäßig, am besten fünfmal die Woche. Diese Zeit hat jeder." Geeignete Sportarten sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, intensives Gehen wie Wandern, aber auch Tanzen. Selbst Menschen, die an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße leiden, können diese Sportarten betreiben, wenn sie sich vorher mit ihrem Arzt absprechen. Einsteiger sollten unter Anleitung eines qualifizierten Übungsleiters ihr Bewegungsprogramm ausüben. Wer frühzeitig einen gesunden Lebensstil führt, vermindert nach Ansicht von Maurus die Risikofaktoren am effektivsten.

Doch was, wenn eine Erkrankung vorliegt? Wie sehen die Symptome aus? Und welche Therapien kommen in Betracht? Auf diese Fragen ging Dr. Maurus ausführlich ein. Herzerkrankungen äußern sich meist durch Schmerzen in der Brust, die in Hals, Schultern, Arme, manchmal auch in den Bauchraum oder in den Rücken ausstrahlen können. "Allgäuer sind hart im Nehmen. Das ist zwar eine gute Eigenschaft, aber in diesem Fall nicht die richtige", so Maurus. Beim Auftreten dieser Beschwerden sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, der die Ursachen klärt. In einem ausführlichen Gespräch kann das Risiko eingeschätzt werden. Durch moderne Diagnoseverfahren wie Ultraschall, Computertomographie, Kernspin oder das Herzkatheterlabor lässt sich eine Erkrankung präzise feststellen und die entsprechende Therapie abgeleitet werden.

"Jede Therapie hat das Ziel, die Lebensqualität des Patienten zu bessern oder wenigstens stabil zu halten. Viele Patienten mir coronaren Herzerkrankungen können mit der richtigen Therapie und einem gesunden Lebensstil ein normales Leben führen", lautet das Credo von Dr. Maurus. Zu den therapeutischen Maßnahmen gehört immer eine medikamentöse Behandlung. Operative Eingriffe wie Bypass-Operationen oder Stents, bei denen die verschlossene Blutbahn aufgedehnt wird, haben in über 90 Prozent der Fälle langfristigen Erfolg. Die Komplikationen sind sehr gering. Beide Eingriffe gehören heutzutage zum Standardrepertoire, selbst bei Patienten über 70 Jahren.

Treten die Beschwerden intensiver, häufiger oder andauernder auf, sind das ernstzunehmende Zeichen für einen Herzinfarkt. "Zögern Sie bitte nicht, sofort den Notarzt zu rufen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. Jede Minute zählt!", mahnt Maurus. Bei einem Herzinfarkt ist es von lebenswichtiger Bedeutung, schnellstmöglich mit einer Therapie zu beginnen. Der Verlust von Herzmuskelgewebe muss möglichst gering gehalten werden. Ein schneller Eingriff erhöht die Überlebenschancen.








Dr. med. Jörg Maurus beantwortete ausführlich die vielen Fragen seines Publikums.

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