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21.04.05 - Baier und Meyer treten Fröschers Erbe an

RAVENSBURG (zfp) – Eine Änderung gibt es im Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau (ZfP). Die bislang von Professor Dr. Walter Fröscher geleitete Abteilung für Neurologie und Epileptologie wird zweigeteilt. Dr. Hartmut Baier zeichnet künftig für Epileptologie verantwortlich, für Neurologie Dr. Andreas Meyer.

Mit Dr. Andreas Meyer an der Spitze der Neurologie-Abteilung wird die langjährige Zusammenarbeit für die bisherigen Partner der Weissenau fortgesetzt. Seit 1993 in der Weissenau tätig, seit 1995 als Oberarzt in der Neurologie, nimmt der 44-Jährige jetzt die Chefarztposition ein.

Nach seinem Studium in Freiburg und Montpellier widmete sich Meyer an der Ulmer neurologischen Uniklinik vor allem Gefäßerkrankungen und der Ultraschalldiagnostik. Vier Jahre lang vervollständigte er seine Ausbildung am Elisabethenkrankenhaus. Mit den dortigen Fachkollegen will Meyer die bisherige Kooperation ebenso wie mit den niedergelassenen Kollegen weiter ausbauen.

Der Neurologe, Psychiater und Psychotherapeut  Andreas Meyer widmet sich besonders der Behandlung von Bewegungsstörungen wie der Parkinsonkrankheit. Spritzen mit Botulinumtoxin kommen vor allem bei Patienten mit Schiefhals oder Spastik, seltener auch bei chronischen Schmerzen zum Einsatz.

Der besonders ausgebildete Schmerztherapeut will die die multimodale Schmerztherapie im regionalen Schmerzzentrum mit den Kliniken der OSK in Ravensburg und Wangen weiter ausbauen. Zugute kommt dem Weissenauer Abteilungschef in dem Zusammenhang eine große, sehr erfahrene eigene Abteilung für Physiotherapie, die der Neurologie angegliedert ist.

Besonders hebt Andreas Meyer die psychologische Betreuung der Patienten, unter anderem mit Biofeedback, hervor. Sein Fernziel ist, auch den MS-Schwerpunkt in der Weissenau weiter auszubauen. Neben der Akutbehandlung beispielsweise von Patienten mit Multipler Sklerose oder bei Bandscheibenvorfall widmet sich die Abteilung unter anderem der Diagnose nichtepileptischer Anfälle. Bei Kipptischuntersuchungen lässt sich die Frage klären, ob etwa Kreislauferkrankungen zu Bewusstseinsstörungen führen.

Epilepsiepatienten steht künftig eine eigene Abteilung zur Verfügung. Diesem Krankheitsbild misst die Weissenau traditionell große Bedeutung bei, kooperiert bei der Behandlung behinderter Patienten im Epilepsiezentrum Bodensee mit der St. Lukas-Klinik der Stiftung Liebenau, für die prächirurgische Diagnostik mit dem Epilepsiezentrum Ulm.

Die Region ist für den neuen Chefarzt Dr. Hartmut Baier ebenfalls kein Neuland. Nach dem Studium in Göttingen und Heidelberg führte ihn der Weg zunächst nach Hamburg und Bielefeld, wo er sich den Facharzttitel für Nervenheilkunde erwarb. In der Fachklinik Bethel sammelte er Erfahrungen in Sachen Epilepsie und prächirurgischer Epilepsiediagnostik, um von 1997 bis 2001 als Oberarzt in der neurologischen Uniklinik in Ulm zu wirken. Sein Schwerpunkt dort galt der Epilepsiebehandlung nicht zuletzt in der Spezialambulanz.

Ein Abstecher führte Baier nach Zürich, wo er die Poliklinik das Schweizerischen Epilepsiezentrums leitete. Besonderes Interesse galt dort dem Thema „Epilepsie und Schwangerschaft“, wozu er für die Schweiz als Koordinator im internationalen Schwangerschaftsregister EURAP fungierte und in der Ambulanz eine Spezialsprechstunde einrichtete.

In der Weissenau will der 45-Jährige die spezielle EEG-Diagnostik mit der Langzeitaufzeichnung von Anfällen weiter ausbauen. So kann geklärt werden, ob operative Eingriffe zur Heilung möglich sind. Traditionelle Aufgabe bleibt die Medikamenteneinstellung bei Patienten mit schwer zu behandelnden Epilepsien. Hartmut Baier erklärt: „Unser Ziel ist es, das Behandlungsangebot in Weissenau so auszuweiten, dass aus der Region niemand mehr nach Kork fahren muss, sondern hier vor Ort ein entsprechendes Angebot vorfindet.“

Umfangreiche Gerätediagnostik ermöglicht den Weissenauern die Kooperation mit der radiologischen Gemeinschaftspraxis Guendel, Prüss und Willemsen. Deren Computer- und Kernspintomografen stehen in der Weissenau.

Ebenso eng wie Baier die Zusammenarbeit mit den Partnern im Netzwerk und den niedergelassenen Fachärzten fortzusetzen gedenkt, will er mit den Neurologieabteilungen kooperieren. Gelegentlich ist die Unterscheidung epileptischer Anfälle von Anfällen anderer Ursache schwierig. Dabei können spezielle EEG-Untersuchungen und spezielle Kreislaufuntersuchungen am Kipptisch helfen. Langzeit-EEG-Untersuchungen können eine Epilepsiediagnose erhärten.

Neben Diagnose und langfristiger Therapieplanung hat sich die Abteilung auch der Akutbehandlung verschrieben. Patienten werden wenn nötig nach einem epileptischen Anfall aufgenommen, sofern keine Behandlung auf einer Intensivstation notwendig ist.

Die Epileptologieabteilung soll künftig über 25 Betten verfügen, die Neurologieabteilung über 26 Betten. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in der Weissenauer Neurologie und Epileptologie 1234 Patienten behandelt.








Dr. Andreas Meyer (links), Dr. Hartmut Baier, Foto:Made Höld


Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau (ZfP

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