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18.10.07 - Ärzteteam hilft in sechsstündiger OP einem rumänischen Jungen

RAVENSBURG (wil) - In einer für das Krankenhaus St. Elisabeth bisher einmaligen Kooperation der Neurochirurgie, des Zentrums für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und der in Wangen angesiedelten Augenheilkunde ist ein dreijähriger Junge aus Rumänien operiert worden. Dem kleinen Daniel wurde eine Geschwulst entfernt, das seine rechte Gesichtshälfte verunstaltet hatte.

Über Dr. Ioana Knöller, selbst aus Rumänen stammende Oberärztin an der Abteilung für Neurochirurgie des EK, kam der Kontakt zu der Familie, die etwa 50 Kilometer südlich von Bukarest lebt, zustande. In Rumänien gingen die Ärzte  von einem Tumor aus. Der Junge wurde ein Jahr lang mit einer Chemotherapie behandelt, ohne dass klar war, um was für einen Tumor es sich überhaupt handelt. Operieren wollte ihn zu Hause niemand.
Aus der Ferne sei es zunächst schwer gewesen, sich ein Bild von der Erkrankung des Kleinen zu machen, berichtet Dr. Gerhard Staimer, der Chefarzt der Neurochirurgie am EK. "Hier haben wir erheblich bessere diagnostische Möglichkeiten." Der Junge kam zusammen mit seiner Mutter nach Ravensburg. Am EK wurde bei Daniel ein spezielles CT und eine Kernspintomographie gemacht. Ergebnis: Er litt an einer Geschwulst, die bis in die Augenhöhle reichte.
Damit war klar, dass eine Augenoperation notwendig wurde. Eine Belegabteilung für Augenheilkunde gibt es in der Oberschwaben Klinik am Allgäuklinikum in Wangen. Von dort kam Privatdozent Dr. Jürgen Gerling kurzfristig nach Ravensburg. Fast sechs Stunden dauerte der Eingriff. Sechs Ärzte standen im OP. Um die Augenhöhle zu öffnen, musste das knöcherne Dach entfernt und später der Augenbrauenwulst rekonstruiert werden. Das war eine Aufgabe, der sich Dr. Andreas Meiß, Belegarzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am EK, annahm. Eine weitere Besonderheit lag in dem Einsatz resorbierbarer Materialien bei der Wiederherstellung der Gesichtsschädelknochen. Die verwandten Schrauben und Platten sind selbst auflösend und gewährleisten eine optimale Anpassung an den wachsenden Schädel eines Kindes und ersparen ihm so eine 2. Operation zur Metallentfernung.
In seinem Labor stand derweil der Pathologe Dr. Werner Sonntag bereit, um das entfernte Gewebe zu beurteilen. Er stellte glücklicherweise nichts Bösartiges fest.
Insgesamt drei Wochen lang war Daniel in Ravensburg in der Klinik. Betreut wurde er in der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin des EK im Kinderkrankenhaus St. Nikolaus. "Dank einer Zusammenarbeit von Disziplinen, die bisher noch nie am EK gemeinsam eine OP durchgeführt haben, ist es uns gelungen, seine Lebensqualität wesentlich zu verbessern", zieht Dr. Staimer Bilanz.








Das Ärzteteam bei der Operation.


Die Ärzte operieren konzentriert.

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