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16.10.07 - Der Chefarzt rät älteren Menschen zu viel Bewegung

RAVENSBURG (wil) - Körperliche Mobilität von Senioren wird in einer immer älter werdenden Gesellschaft zu einem immer wichtigeren Thema. Dr. Thomas Wissmeyer, Chefarzt der Chirurgie am Krankenhaus Isny, legte es beim ersten "Treffpunkt Gesundheit" von OSK und Krankenhausförderverein in Isny mit beeindruckenden Daten und Fakten dar. Für seine Zuhörer hatte er einen simplen Tipp parat: "Leben ist Bewegung!"

"Eines weiß ich sicher: Ich bin nie arbeitslos", scherzte der Chirurg vor über 60 Zuhörerinnen und Zuhörern im Kleinen Kursaal. Der ernsthaftere Hintergrund: In einer zunehmend älteren Gesellschaft werden Sturzverletzungen immer häufiger. Und eine zunehmend ältere Gesellschaft wird immer häufiger endoprothetische Leistungen in Anspruch nehmen müssen. Der Endoprothetikschwerpunkt am Isnyer Krankenhaus ist nach Ansicht Wissmeyers für die medizinische Versorgung der Bevölkerung immer wichtiger.
Der Chefarzt und seine Mitarbeiter haben in diesem Jahr in Isny bereits über 100 ältere Patienten nach Bruchverletzungen mit speziellen hochmodernen Implantanten versorgt und über 150 Gelenke durch Endoprothesen ersetzt. Dabei hat die Wintersaison noch gar nicht begonnen. Solche Behandlungen werden in Zukunft noch viel öfter notwendig sein, meint Wissmeyer. Er verwies nur auf die Bevölkerungsstatistik: 2050 wird es doppelt soviele 70-Jährige und drei mal soviele 90-Jährige geben wie heute. Ein Drittel aller Deutschen wird dann älter als 65 sein.
Der Chefarzt nannte eine weitere Zahl: 110 000 Hüftfrakturen haben Ärzte in Deutschland im Jahren 2005 behandelt. Die Statistik lasse erwarten, dass die Zahl bis 2050 um 50 Prozent und in der immer größer werdenden Gruppe der 80- bis 100-Jährigen gar um 250 Prozent steigen werde. Das Gesundheitswesen stehe vor einer gewaltigen Herausforderung, nicht zuletzt, was die Finanzierung betrifft.
80 Prozent der Stürze alter Menschen sind auf Störungen der Gehfähigkeit oder der Haltungskontrolle zurückzuführen, so Wissmeyer. "Eigentlich sollte jeder über 80-Jährige einmal in der Woche unter Anleitung eines Therapeuten das aufrechte Gehen üben“, meinte der Chefarzt. Durch ihre Lebensweise könnten ältere Menschen selbst viel dazu beitragen, dass sie sprichwörtlich gelenkig bleiben. Das Meiden von Kälte und Feuchtigkeit, weiche Schuhsohlen, Abnehmen oder regelmäßige Gymnastik und Schwimmen seien Möglichkeiten. Und natürlich Laufen. Dr. Wissmeyer empfiehlt Senioren das Nordic Walking. "Irgendwann ist es Zeit, mit dem Joggen aufzuhören", meinte er. Die Stoßbelastungen seien im Alter nicht mehr gut. Auch er sei anfangs kein Fan des "Wanderns mit Stöcken" gewesen, bekannte der Arzt. Heute sehe er das Nordic Walking als eine der segensreichen Neuerungen im Sport an.
Ausführlich legte Dr. Wissmeyer dar, welche Möglichkeiten die Endoprothetik bei Problemen mit Hüfte oder Knie bis hin zum kompletten Gelenkersatz bietet. Davor, dass es überhaupt so weit kommt, wollte Dr. Wissmeyer seine Zuhörer mit seinem Vortrag nach Möglichkeit bewahren: Nach der Devise "Bewegung ist Leben."

Beim nächsten "Treffpunkt Gesundheit" spricht Oberarzt Guido Barth vom Krankenhaus Isny am Mittwoch, 14. November, um 19 Uhr in der "Alten Gerbe" zum Thema "Was tun, wenn der Schuh drückt. Operative Möglichkeiten bei Vorfußdeformitäten."








Krankenhaus Isny

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