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25.09.07 - Das "Krankenhaus der Herzen" feiert mit vielen tausend Gratulanten

RAVENSBURG (wil) - "Großer Bahnhof" beim Festakt und Riesenandrang beim Tag der offenen Tür: Die Feier zum 100. Geburtstag des Krankenhauses Bad Waldsee war bei herrlichem Altweibersommerwetter rundum ein Erfolg. Prominentester Gratulant war Ministerpräsident Günther H. Oettinger. Der baden-württembergische Regierungschef hob den Stellenwert Bad Waldsees als Gesundheitsstadt hervor: "Wir wollen, dass Bad Waldsee auch in den nächsten Jahren ein Faktor der Gesundheitsversorgung bleiben kann."

Bereits auf dem Weg zu den 300 geladenen Festgästen im Zelt auf der Wiese zwischen Krankenhaus und Stadtsee war es zu einer bemerkenswerten Begegnung gekommen: Der Ministerpräsident traf Schwester Stadiola, mit 92 Jahren die älteste Teilnehmerin des Festaktes. Vier Jahrzehnte lang hat die Franziskanerin von Reute im Krankenhaus Bad Waldsee gearbeitet und war unter anderem dabei, als der damalige Chefarzt Dr. Franz Skowronski die erste Hüftoperation in dem Haus durchführte.
"Dieses Krankenhaus ist ein wichtiger Kulturfaktor, Humanfaktor und Wirtschaftsfaktor", betonte der Ministerpräsident. Das Land brauche neben den "Leuchttürmen" der Krankenhausversorgung, den Uni- und Zentralversorgungskliniken, auch kleineren Häuser, die in der Region stationäre Versorgungsleistungen anbieten. Die Erreichbarkeit sei für die kranken Menschen genauso wie für ihre Angehörigen und Freunde ein wichtiger Faktor. Oettinger versprach, dass das Land mit einem "namhaften Betrag" bereitstehen werde, wenn der Landkreis die Neustrukturierung des Krankenhauses St. Elisabeth anpackt.
Landrat Kurt Widmaier kündigte an, dass der Kreistag im November die Grundsatzentscheidungen treffen wird. "Wenn alle Verantwortlichen mit ein bisschen Mut zum Risiko und mit aller Kraft an einem Strang ziehen, dann können wir es schaffen, dass im Herbst 2009 in Ravensburg die Bagger anrücken", meinte er. "Während andere kommunale Träger ihre Krankenhäuser verkaufen, hat sich der Landkreis Ravensburg dazu entschlossen, die Gesundheitsversorgung im Kreisgebiet aktiv zu gestalten", sagte Widmaier. "Eine Schließung von Häusern war und ist nicht vorgesehen", fuhr er fort. Damit habe sich der Landkreis gegen den bundesweiten Trend entschieden. Stattdessen würden durch eine intelligente Spezialisierung und durch den Abbau von Doppelstrukturen die einzelnen Standorte gestärkt. Der Landrat: "Unser Ziel ist es, mit einem funktionierenden Verbund der Krankenhäuser, ergänzt durch sinnvolle Kooperationen mit anderen Anbietern im Gesundheitswesen, auch im ländlichen Raum eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit leistungsfähigen Krankenhäusern sicherzustellen."
Widmaier verriet, dass er zum Krankenhaus Bad Waldsee eine ganz besondere Beziehung hat: "Hier wurde ich geboren und in der Krankenhauskapelle auch getauft." Für ihn persönlich sei dieses Jubiläum ein ganz besonderer Termin. Das Krankenhaus Bad Waldsee aber habe unzählige Gründe, stolz auf seine 100-jährige Geschichte zu sein.
OSK-Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison bezeichnete die Bad Waldsdeer Klinik als ein "Krankenhaus der Herzen". Jedes Haus im OSK-Verbund habe seine ganze eigene "Persönlichkeit". Zu Unrecht würden kleine Krankenhäuser immer wieder totgesagt. Mit seiner Nähe zu Partnern wie zum Beispiel den Städtischen Kurbetrieben oder der Klinik im Hofgarten biete Bad Waldsee einem kleinen Krankenhaus große Chancen. Die OSK suche die Zusammenarbeit, gerade auch mit den niedergelassenen Ärzten. "Wir haben den gleichen Auftrag. Gemeinsam müssen wir die bestmögliche Gesundheitsversorgung für die Menschen unserer Region organisieren", sagte Harrison.

Sie verwies auf die Leistungen des Krankenhauses Bad Waldsee. Die 151 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um jährlich über 13 000 Patienten. 3400 Menschen werden stationär aufgenommen. Etwas 10000 kommen zur ambulanten Behandlung, davon etwa 3300 Jahr für Jahr als Notfälle. Im Endoprothetikschwerpunkt sind im vergangenen Jahr 432 Eingriffe vorgenommen worden, davon 266 Hüft OP’s. Die Endoskopiespezialisten der Inneren Medizin führen jährlich rund 1000 Untersuchungen durch, davon 600 Darmspiegelungen.
Über 5000 Besucher kamen am Sonntag zum Tag der offenen Tür ins Krankenhaus. Bereits der von Schwester Ludwina Bühler und Pfarrerin Katharina Rilling gestaltete ökumenische Gottesdienst im Festzelt war mit 500 Teilnehmern sehr gut besucht. Im Krankenhaus präsentierten nicht nur die medizinischen Abteilungen ihr Leistungsspektrum. Darüber hinaus zeigten zahlreiche Partner der OSK im Gesundheitswesen ihre Angebote. Das Deutsche Rote Kreuz hatte neben seinen Rettungs- und Krankentransportfahrzeugen vor dem Krankenhaus auch eine Kranken-Schubkarre aus der Gründungszeit des Krankenhauses aufgefahren. Die DLRG zeigte neben ihrem Rettungsgerät auch die Rettung von Ertrinkenden bei einer Schauübung im Stadtsee. Ständig voller Besucher war vor allem der Operationssaal, den die OSK anlässlich des Jubiläums für Besichtigungen geöffnet hatte. Dabei wurden die OP’s des Krankenhauses nach der rund 600 000 Euro teuren Erneuerung und Verbesserung der Klimatechnik offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Eva-Maria Meschenmoser, die Erste Landesbeamtin, und Dr. Jan-Ove Faust, Direktor Medizin und Behandlung der OSK, betonten, dass damit die Jubiläumsfeier nicht nur ein Blick zurück auf vergangenen hundert Jahre, sondern auch ein weiterer Schritt des Hauses in eine erfolgreiche Zukunft markiert.








Ministerpräsident Oettinger mit Schwestern


Kindergipsen


Großer Andrang vor dem OP-Saal

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