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06.05.07 - 10 Jahre Oberschwaben Klinik, Landrat: Gewaltiges ist geleistet worden

KREIS RAVENSBURG (wil) – Nach bewegten und kritischen Jahren befindet sich die Oberschwaben Klinik wieder auf einem guten Kurs. Das haben Landrat Kurt Widmaier und Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison bei einer Veranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des Unternehmens betont. Professor Dr. Stefanie Dimmeler von der Uni Frankfurt, aus der Bo-denseeregion stammende Forscherin von Weltrang, eröffnete in ihrem Vortrag „Das Potenzial von Stammenzellen in der regenerativen Medizin“ Einblicke in die Zukunft der Medizin.

„Gewaltig ist dieses Jubiläum sicher nicht nach Jahren. Aber was sich in diesen zehn Jahren alles getan hat um das EK, das Heilig-Geist-Spital und die vier ehemaligen Kreiskrankenhäuser in Wangen, Leutkirch, Isny und Bad Waldsee, das ist in der Tat gewaltig“, sagte der Landrat bei der Veranstaltung im Ravensburger Spital. Die Entscheidung, die OSK zu gründen, sei die einzig richtige gewesen. Es sei vor zehn Jahren nicht nur darum gegangen, ein paar Kliniken zusammenzubringen. „Es ging vor allem darum, drei verschiedene Krankenhausträger mit sehr unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen und historischen Wurzeln unter einem Dach zusammenzufügen“, so Widmaier.
Die Alternativ, dass jeder so weitergemacht hätte wie bis dahin, wäre zunächst die einfachere gewesen. „Wie viele Krankenhäuser wir dann überhaupt noch im Landkreis hätten, das weiß ich nicht“, fuhr der Landrat fort. Die Bürger aber hätten in diesem Fall eine „gewaltige Rechnung“ bezahlen müssen und der Flächenlandkreis Ravensburg wäre in Sachen ortsnahe und flächendeckende Medizinversorgung ein weißer Fleck auf der Landkarte geworden.
„Totgesagte leben wirklich länger, und dass sie nicht nur eben grad so leben, sondern richtig putzmunter werden können, dafür ist die OSK das beste Beispiel“, sagte der Landrat. Dies sei in erster Linie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken. „Sie haben mit Ihrem Können und Ihrer grandiosen Motivation dafür gesorgt, dass die OSK in der rauen See der vergangenen zehn Jahre nicht untergegangen ist“, so Widmaier. Dank gebühre genauso den Franziskanerinnen von Reute, der Stadt Ravensburg und nicht zuletzt dem Landkreis und dem früheren Landrat Dr. Guntram Blaser für die vor zehn Jahren getroffene weise Entscheidung zur Gründung der OSK.
Heute ist  die OSK ein moderner und leistungsfähiger Klinikverbund, betonte Widmaier. Er bekannte sich zu einer flächendeckenden, medizinisch notwendigen und wirtschaftlich tragbaren regionalen Grundversorgung. Ein solches Konzept könne nur mit Leben erfüllt werden, wenn es aus einem Guss ist. Deshalb habe der Kreis vor gut zwei Jahren die Gesellschafteranteile der St. Elisabeth-Stifung übernommen. Der Landrat bekannte sich zur kommunalen Trägerschaft für die OSK: „Diese kommunale Trägerschaft ist mir schon deshalb so wichtig, weil wir nur so der Präambel des Gesellschaftervertrages und dem heiligen Franziskus gerecht werden, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht und sonst nichts.
Von elementarer Bedeutung für die Zukunft der OSK sei die Sanierung des Krankenhauses St. Elisabeth. „Nur wenn es gelingt, das EK als medizinisches und wirtschaftliches Zugpferd der Oberschwaben Klinik zu stärken, kann der Klinikverbund in eine fachlich tragfähige Zukunft geführt werden“, sagte er. Der Kreistag sei sich dieser Verantwortung bewusst.
„Unser Auftrag ist es, den Menschen Sicherheit zu bieten“, fasste OSK-Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison das Selbstverständnis des Unternehmens zusammen. Mit den Sanierungsmaßnahmen der vergangenen beiden Jahre habe die OSK wieder wirtschaftlich sicheren Boden unter den Füßen. Die OSK wolle ihren Geburtstag so feiern, wie es einem Unternehmen angemessen ist, in dessen Mittelpunkt die Medizin steht: Bekannte Persönlichkeiten werden mit der Medizin und dem Gesundheitswesen aus verschiedenen Warten beschäftigen.
Professor Dr. Stefanie Dimmeler von der Uni Frankfurt machte den Auftakt. Die gebürtige Ravensburgerin, die in Markdorf ihr Abitur gemacht und in Konstanz studiert hat, zählt auf dem Gebiet der Kardiologie zu den Forschern von Weltrang. Sie hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem 2005 den Leibniz-Forschungspreis. Leicht verständlich  führte sie in eine komplexe wissenschaftliche Materie ein: den Forschungen zum Potenzial von Stammzellen in der regenerativen Medizin.
Viele Erkrankungen, so der Ansatzpunkt, werden durch das Absterben von Zellen verursacht. Beispielsweise führt ein Herzinfarkt zum Tod von Herzmuskelzellen und dadurch zu einer eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens. Eine Möglichkeit zur Therapie wäre der Ersatz von abgestorbenem oder krankem Gewebe durch neue Zellen. Zwar habe sich die Herzinfarkttherapie in den letzten Jahren enorm geändert. Doch seien weitere Verbesserungen nötig. Dimmeler legte dar, wie sich mit Hilfe der Stammzellentherapie der Herzmuskelschwäche begegnen lässt. Es gibt Studien, unter anderem eine deutschlandweite. „Noch aber steckt die Forschung in den Kinderschuhen“, meinte die Professorin. Das Thema hat auch eine ethische Dimension, vor allem wenn es um die Verwendung embryonaler Stammzellen geht.
Die Alternative sind adulte (körpereigene) Stammzellen. Dimmeler legte dar, dass auch Stammzellen schlechter werden. Alter, Rauchen und Cholesterin spielen eine Rolle. Einige Faktoren könne der Mensch selbst beeinflussen, und zwar ganz einfach durch Sport.












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