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26.04.07 - Differenziertes Angebot wird allen Patienten gerecht

RAVENSBURG (zfp) – Mit einem differenzierten Behandlungskonzept auf zwei Stationen wendet sich die Abteilung für Epileptologie am Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau (ZfP) an ihre Patientinnen und Patienten. Am Mittwoch stellten Chefarzt Dr. Hartmut Baier und Pflegedienstleiterin Eva Neß die beiden Stationen 31 und 33 der Öffentlichkeit vor. Eine wesentliche Neuerung ist der Snoezelen-Raum auf der Station 31, in dem unruhige Patienten mit zusätzlichen psychischen und anderen Behinderungen auf dem Wasserbett bei Sphärenklang und Discokugel, Wassersäule und Wellenprojektionen entspannen können. Unternehmensentwickler Dr. Dieter Grupp sprach von einer deutlichen Verbesserung des Behandlungsangebotes für Epilepsiekranke, deren Anzahl in der Gesellschaft noch immer unterschätzt werde.

Die Bedeutung der Epilepsien werde noch immer unterschätzt, betont Dieter Grupp. Dies sei um so tragischer, als sie ein „erhebliches Potenzial zur Chronifizierung“ berge. Mit dem differenzierten Behandlungsangebot auf zwei verschiedenen Stationen, erklärt Chefarzt Hartmut Baier, könne man in der Weissenau nun einzelnen Patientengruppen gerecht werden. Von den 25 Betten der Abteilung können acht bis zehn auf der neu konzipierten Station 31 belegt werden.
Die Station 33 ist verstärkt diagnostisch ausgerichtet. Alle Betten verfügen über die Möglichkeit von Videoaufzeichnungen zur Anfallsregistrierung. Außerdem gibt es ein mobiles EEG-Gerät, das die Patienten, einer kleinen Handtasche gleich, mit sich tragen können. Für die Videoaufzeichnung von Anfällen erklären die Patienten schriftlich ihr Einverständnis. „Diese Form der Anfallsdokumentation ist für uns ein entscheidender Fortschritt“, erklärt Hartmut Baier. Sie sei vor allem dann geeignet, wenn Patienten für wenige Tage in die Abteilung überwiesen werden, um unklare nächtliche Ereignisse abzuklären. Für die komplexe Epilepsiediagnostik reichen fünf Tage nicht aus. Diese Patienten bleiben durchschnittlich 29 Tage in der Weissenau.
Ein Fortschritt übrigens auch für die Pflegekräfte, freut sich Pflegedienstleiterin Eva Neß mit ihren Kolleginnen und Kollegen. Sie erinnert sich mit Grausen an Zeiten, in denen eine Schwester die ganze Nacht Sitzwache halten musste am Patientenbett, „um nach Stunden vielleicht das Zucken eines Fingers zu erkennen“.
Auf der Station 31 werden Epilepsiepatienten behandelt, die überdies an zusätzlichen, hauptsächlich psychischen Behinderungen leiden. Die nichtmedikamentöse Behandlung von Verhaltensstörungen ist unter anderem Schwerpunkt dieser Therapieeinheit.
Besonderes Schmankerl auf dieser Station ist der so genannte „Snoezelen-Raum“. Unruhige Patienten mit zusätzlichen psychischen und anderen Behinderungen können hier auf dem Wasserbett bei Sphärenklang und Discokugel, Wassersäule und Wellenprojektionen entspannen. Ihre Sinne werden vielfältig stimuliert. Eine Methode, die sich vor allem in der Arbeit mit schwerst mehrfach behinderten Personen bewährt hat.
Seit zehn Wochen arbeitet die Abteilung nach dem neuen Konzept. Mit gutem Ergebnis, wie die Teams feststellen. So zeigte beispielsweise ein Patient, der früher immer wieder durch ausfälliges Verhalten den Zorn seiner Mitpatienten auf sich zog, sich auf der kleineren Station 31 bestens gelaunt „und grüßt mich sogar zum Frühstück“, erzählt Eva Neß schmunzelnd. Möglich wurde dies, weil in der speziellen Therapieeinheit besser auf seine Auffälligkeiten eingegangen werden kann.

Snoezelen:
Snoezelen ist eine 1978 von zwei Zivildienstleistenen in den Niederlanden zusammengestellte Phantasieschöpfung der beiden Wörter "snuffelen" (schnüffeln, schnuppern) und "doeselen" (dösen, schlummern). Den Gedanken, Snoezelen als so genannte "spontane Aktivität" bei schwerst mehrfach behinderten Menschen in der Freizeit einzusetzen, griffen Ad Verheul und Jan Hulsegge auf und entwickelten spezielle Sinnes und Erfahrungsräume mit den entsprechenden Gerätschaften zum Erholen und Entspannen.








Stationsleiterin Hüsniye Bilgic

© 2002 by Netzwerk Gesundheit im Landkreis Ravensburg, Welfenstraße 2, 88212 Ravensburg