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26.04.07 - Juristen werfen einen Blick hinter die Kulissen

RAVENSBURG (zfp) – Über die Arbeit in der „Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie“ im Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau (ZfP) informiert haben sich rund 50 Justizmitarbeiter aus Ravensburg. Chefarzt Dr. Udo Frank berichtete über Prognoseverfahren, Behandlungs- und Sicherungsmaßnahmen im Maßregelvollzug und erklärte verschiedene Störungsbilder. ZfP-Geschäftsführer Wolfgang Rieger skizzierte den Südwürttembergischen Psychiatrieverbund. Amtsgerichtsdirektor Hans Strohmann zeigte sich anerkennend über die „sehr verantwortliche“ Haltung der Weissenau und appellierte an seine Kollegen von der Staatsanwaltschaft, das verantwortbare Risiko gemeinsam zu tragen.

Die forensische Klinik ist in drei Fachbereiche mit sechs differenzierten Stationen gegliedert. Wenngleich der Maßregelvollzug in Baden-Württemberg einer der kostengünstigsten in der Republik ist, so liegt der Satz mit 230 Euro pro Tag über dem in einer Justizvollzugsanstalt.
Von der geschlossenen Aufnahmestation kommen die Patienten in die sozialpsychiatrische Rehabilitation oder in ein psychotherapeutisches, soziotherapeutisches oder heilpädagogisches Behandlungsprogramm. Verschiedene Lockerungsstufen müssen sich die Patienten erarbeiten. Der Weg in den unbegleiteten Ausgang ist steil und wird nur geebnet, wenn der Patient die entsprechenden Vorleistungen erbringt. Da sind zum Beispiel Therapiebereitschaft, Krankheitseinsicht, Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der Delinquenz zu nennen. In den Stellungnahmen für die Justiz muss sich dies nachvollziehbar in einer günstigen Sozialprognose niederschlagen. Dass die Lockerungsstufen nur ein Facharzt befürworten kann, den Einzelausgang darüber hinaus der Chefarzt genehmigen muss, nahmen die Richter, Staatsanwälte, Justizangestellten und Rechtsreferendare interessiert zur Kenntnis.
Das gegenseitige Kennenlernen, sich mit der Gedankenwelt der jeweils anderen Berufsgruppen auseinanderzusetzen, bezeichnete Geschäftsführer Wolfgang Rieger als unerlässlich für ein gedeihliches Miteinander. Eine Haltung, der sich auch der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Heister nicht verschließen mochte.
Fazit der Besucher: In der Weissenau wird der Auftrag zu Behandlung und Sicherung psychisch kranker Straftäter sehr verantwortungsvoll gehandhabt. Amtsgerichtsdirektor Hans Strohmann forderte von seinen Kollegen aus der Staatsanwaltschaft, das verantwortbare Risiko, das auch in dieser Behandlung liegt, gemeinsam zu tragen und Lockerungen gemeinsam zu verantworten.







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