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01.03.07 - Vor der Schatzinsel ankert bald ein Piratenschiff

RAVENSBURG  – Die „Kiellegung“ ist erfolgt, der „Stapellauf“ ist für die Osterzeit geplant. An einem ungewöhnlichen Objekt arbeitet zur Zeit eine Gruppe Jugendlicher im Berufsbildungswerk Adolf Aich in Ravensburg: In der Schreinerei entsteht ein Piratenschiff aus Holz für das Ravensburger Kinderkrankenhaus. Der Verein „Sport hilft kranken Kindern“ lässt das originelle Spielgerät fertigen und investiert dafür 6000 Euro an Spendengeldern.

„Junge Menschen, die selbst Hilfe benötigen, bauen etwas für Leute, die ihrerseits für eine bestimmte Zeit hilfebedürftig sind“, freut sich Werkstattleiter Ludwig Speidler über die Sinnhaftigkeit dieses Projektes. Das Berufsbildungswerk (BBW), eine Tochtergesellschaft der Stiftung Liebenau, bildet in Ravensburg rund 700 Jugendliche aus oder bereitet sie auf die Berufswelt vor. Eine sehr erfolgreiche Arbeit, betonen Ludwig Speidler und BBW-Geschäftsführer Herbert Lüdtke: „Vielen, die vor zehn Jahren bei uns waren, merkt heute niemand mehr an, dass sie einmal eine solche Einrichtung gebraucht haben.“
„Für unsere Auszubildenden ist es spannend, wenn sie nicht nur zur Übung arbeiten, sondern etwas fertigen, das zum Anfassen und zum Gebrauch bestimmt ist“, sagt Ludwig Speidler. Nicht nur um Jugendliche mit Lernschwächen, sondern auch um geistig Behinderten von der St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau kümmert sich das BBW. Unter Anleitung eines Meisters arbeiten sie zusammen im Team. Ein richtiges „Mosaik“ aus verschiedenen Fertigkeiten und Qualifikationen muss sich zusammenfügen, erläutert der Werkstattleiter. Mit manchmal verblüffenden Ergebnissen. So entwickeln Behinderte eine Fertigkeit beim Glätten von Holzoberflächen, die bei vielen Menschen ohne Behinderung nicht selbstverständlich ist.
Ein richtiges Netzwerk von Sponsoren und Helfern ist nach und nach um das Projekt entstanden, freut sich Rolf Engler, der Vorsitzende von „Sport hilft“. Am Anfang entwickelten der Verein und Dr. Andreas Artlich, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am Krankenhaus St. Elisabeth, die Idee, ein Schiff als Spielgerät für die Kinderklinik zu schaffen. Denn nicht allein die Hochleistungsmedizin im Hause, sondern auch die Atmosphäre macht Kinder gesund. „Sport hilft“ hat mit einem Beitrag zur Farbgestaltung der Gänge, mit Spenden für die Klinikclowns und mit den Möbeln für den Elternwohnbereich schon in den vergangenen Jahren dazu beigetragen. Der Verein bekommt Spenden von Firmen, von Vereinen und aus Veranstaltungen.  Vor allem aber fördert er seine Projekte auch mit den Einnahmen aus den Eishockey-Benefizspielen, die der frühere EVR-Star Jan Piecko organisiert.
Die Idee, in diesem Jahr ein Piratenschiff für die kranken Kinder zu finanzieren, war nur der Anfang. Gesucht war vor allem einen Partner, der solch ein aufwändiges Objekt zu Konditionen fertigen kann, die sich der Verein „Sport hilft“ leisten kann. Mit dem BBW wurde er gefunden. Ein weiteres wichtiges Stück im Netzwerk war das Erarbeiten des Entwurfs. Ludwig Speidler kennt Walter Pfau, den Cartoonisten aus Wolfegg. Der Zeichner war sofort begeistert und malte auf, wie das Schiff aussehen könnte. Auch Walter Pfau begibt sich auf Neuland: Erstmals, so erzählt er, hat er nicht nur eine Zeichnung fürs Papier gefertigt, sondern für einen Gegenstand, in dem sich anschließend Menschen bewegen werden.
Die Jugendlichen im BBW fertigen ein Unikat, das es so bisher nirgendwo gibt. Dies wiederum bedingt, dass eine technische Abnahme nötig ist. Normalerweise eine teure Angelegenheit. Doch auch hier gibt es Hilfe für „Sport hilft“. Rolf Engler knüpfte den Kontakt zur Dekra in Ravensburg, die dem Projekt  als weiterer Sponsor unter die Arme greift.
Die Station, vor der das Piratenschiff im Kinderkrankenhaus aufgebaut wird, trägt übrigens schon den passenden Namen: „Schatzinsel“. Wie das Schiff heißen soll und welche Flagge vom Mast weht, werden die Kinder in der Klinik bestimmen. Die Jugendlichen im BBW werden dann erfahren, dass sie mit den 900 Arbeitsstunden, die sie in ihr Werk investieren, vielen kleinen Patienten eine Freude bereiten.







hier wird ein Piratenschiff gebaut,


und hier auch,


und hier ist die Crew.
Text und Fotos: Winfried Leiprecht


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