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22.02.07 - Gesundheitsmarkt Oberschwaben - Zukunftsperspektiven einer Gesundheitsregion

Aktuelle Studie zum Gesundheitsmarkt Oberschwaben war Thema einer Veranstaltung des Netzwerk Gesundheit im Landkreis Ravensburg und der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben. Was zeichnet den Gesundheitsstandort Oberschwaben aus? Auf diese und weitere Fragen gab die Veranstaltung am 31.01.2007 zum Thema „Gesundheitsmarkt Oberschwaben – Zukunftsperspektiven einer Gesundheitsregion“ Antworten.

Zunächst stellte Professor Dr. Dobbelstein, Customer Research 42 e.K. in Horgenzell, die in Auftrag gegebene Studie zur „Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Gesundheit im Landkreis Ravensburg“ den zahlreichen Veranstaltungsteilnehmern vor. „In Baden-Württemberg ist die Gesundheitsbranche mit 390.000 Mitarbeitern die beschäftigungsintensivste Branche“, so Professor Dobbelstein. Auch in den kommenden Jahren werde der Branche ein starkes Wachstumspotential bescheinigt. Als Gründe nannte der Professor die alternde Gesellschaft, zunehmendes medizinisches Anspruchsdenken sowie einen veränderten, gesundheitsorientierten Lebensstil, verbunden mit der steigenden Bereitschaft mehr private Mittel für Gesundheit und Lebensqualität einzusetzen. Die von Customer Research 42 e.K.  durchgeführte Studie basiert auf einer Befragung Mitte 2006. Rund 1100 Fragebogen wurden verschickt, die Beteiligungsquote lag bei 33 Prozent. Auch Apotheken und Kleingewerbe-treibende seien entgegen anderen Studien mit einbezogen worden, so Dobbelstein. Für die Krankenhäuser im Landkreis existiere eine Vollerhebung. „Sie haben sich alle beteiligt. Mindestens zwei Vertreter pro Organisation wurden befragt.“

Zu diesem Zeitpunkt waren im Kreis Ravensburg rund 19.500 Personen, davon 1143 Auszubildende, in etwa 1250 Einrichtungen beschäftigt. Damit liegt der Kreis Ravensburg hinter großen Universitätsstädten wie Heidelberg, Freiburg oder Tübingen immerhin auf Platz 6. Im Jahr 2005 sei im Landkreis Ravensburg ein Umsatz von rund 808 Millionen Euro realisiert worden, berichtete Dobbelstein. Davon seien durchschnittlich etwa 78 Prozent durch die Kassen und 22 Prozent durch Selbstzahler bzw. Private Versicherungen finanziert worden. Die Gesamtkosten (ohne Unternehmerlohn) lagen bei 623 Millionen Euro, investiert wurden etwa 40,6 Millionen Euro. Rund 60 Prozent der Kosten, so Dobbelstein, machten durchschnittlich die Personalkosten aus.

Die Akuthäuser im Kreis sind laut Studie mit rund 4600 Beschäftigten (23 Prozent) die größten Arbeitgeber, gefolgt von sonstigen Institutionen (4000 Beschäftigte, 21 Prozent), den Allgemein- und Fachärzten (2475 Beschäftigte, 13 Prozent) und den Reha-Kliniken (2455 Beschäftigte, 12 Prozent). „Überrascht hat uns, wie viele junge Menschen bei den Allgemein- und Fachärzten ausgebildet werden“, berichtete Dobbelstein. Sie liegen mit 31 Prozent (350 Auszubildende) vor den Krankenhäusern mit 27 Prozent. Was den Umsatzanteil betrifft, haben die Krankenhäuser allerdings mit etwa 227 Millionen Euro (28 Prozent) die Nase vorne.

Aussagen über die künftige Entwicklung auf dem regionalen Gesundheitsmarkt seien Mitte 2006 auch von den anhaltenden Diskussionen und den Unsicherheiten bezüglich Gesundheitsreform geprägt gewesen, berichtete Dobbelstein weiter. Über alle Institutionen hinweg seien aktuelle Umsatzsituation und Geschäftslage dennoch als „insgesamt befriedigend“ bewertet worden. Für das Jahr 2007 werde eine „unveränderte bis leicht schlechtere“ Entwicklung erwartet. Bei Privatpatienten gehen die Unternehmen laut Dobbelstein von weiterhin stabilen Umsätzen aus, bei Kassenpatienten rechne man mit eher fallenden Umsätzen. „Kritisiert  wurde vor allem die derzeit hohe politische Planungsunsicherheit“, so der Professor weiter. Das prosperierende regionale Gesundheitswesen sei nach Einschätzung der Befragten vor allem durch die bundespolitischen Rahmenbedingungen gefährdet. Ein Personalabbau sei allerdings nicht zu erwarten. Lediglich im Pflegebereich werde  aufgrund eines hohen Kostendrucks davon gesprochen.

Eine Entwicklungsperspektive für die Gesundheitsregion Oberschwaben liege auch in der Prävention, meinte Gastreferent Thomas Wessinghage und verwies auf den wichtigen Gesundheitstourismus- und Wellnessbereich. Der 22-fache deutsche Leichtathletikmeister ist seit 1988 Facharzt für Orthopädie sowie für physikalische und rehabilitative Medizin und seit 2002 Ärztlicher Direktor sowie Geschäftsführer der Reha-Klinik Damp und des Deutschen Zentrums für Präventivmedizin. In einem unterhaltsamen Vortrag führte er Gesundheits-risiken vor Augen, nannte die Ursachen für Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall, sprach von einer Zunahme an Depressionen und psychischen Erkrankungen und warnte vor einer noch weiter zunehmenden Übergewichtigkeit der Deutschen verursacht durch Bewegungs-armut. „Das gute Leben hinterlässt trotz deutlich höherer Lebenserwartung seine Spuren, wenn wir nichts dagegen tun“, sagte er. Eine Diät oder der begehbare Medikamentenschrank könne die Probleme nicht lösen, nur eine grundsätzliche Lebensstil-Veränderung, betonte er. Bewegung bringe zahllose gesundheitliche Effekte mit sich. „Täglich 30 Minuten reichen“, lautete sein Gesundheitstipp.

Jörg Hempel, Geschäftsführer der AOK Allgäu-Oberschwaben und Herr Nattermann, IHK Bodensee-Oberschwaben fassten die Erkenntnisse aus der heutigen Veranstaltung nochmals zusammen und luden das Fachpublikum zu Workshops ein, um u.a. die vorgeschlagenen Maßnahmen zu entwickeln. „Die räumlich eng beieinander liegenden Akut- und Rehaeinrichtungen in einer intakten Landschaft mit reichem kulturellen Angebot“ sind gute Voraussetzungen für weitere Produktentwicklungen und Vermarktungsstrategien der Gesundheitsregion Oberschwaben, so AOK-Geschäftsführer Jörg Hempel, in Vertretung des Netzwerk Gesundheit, in seiner Schlussfolgerung.



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Teilnehmer: B.Nattermann, Dr.med T.Wessinghage, Prof.Dr.T.Dobbelstein und J.Hempel. Bild: IHK

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