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06.12.06 - Großes Interesse am Patiententag zum Thema Stuhlinkontinenz

RAVENSBURG (ha) - Wie groß die Betroffenheit beim Tabuthema Stuhlinkontinenz ist, wurde am vergangenen Samstag beim Patiententag der Oberschwaben Klinik im Ravensburger Schwörsaal deutlich. Über 200 Besucher nahmen an der Veranstaltung teil, bei der Experten Fragen zur Schließmuskel-schwäche beantworteten.

„Der erste Schritt, den die Betroffenen machen müssen, ist sich zu öffnen und ihr Problem zu kommunizieren“, betonte Professor Dr. Ekkehard C. Jehle, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus St. Elisabeth. Der Patiententag sollte eine Möglichkeit dazu sein. Diese wurde von den Besuchern, die größtenteils entweder direkt Betroffene oder Angehörige von Betroffenen waren, rege wahrgenommen. Beeindruckend war die Offenheit, mit der über ein Thema gesprochen wurde, das sonst nur allzu oft schamhaft verschwiegen wird.

Was kann man tun, um wieder beruhigt das Haus verlassen zu können, ohne Angst davor haben zu müssen, zu spät die rettende Toilette zu erreichen? Das wollte ein Besucher wissen. Es hilft laut  Professor Jehle oft schon ein komplettes Entleeren des Darms am Morgen und die Dämpfung der Darmtätigkeit tagsüber, um einigermaßen sorgenfrei den Alltag bestreiten zu können. Warum wirken manchmal therapeutische Maßnahmen wie das Beckenmuskeltraining nicht und welche anderen Behandlungsmöglichkeiten bieten sich an? Es sei eine genaue Untersuchung des Patienten notwendig, um die Gründe der Inkontinenz zu diagnostizieren, so Jehle: „Die Stuhlinkontinenz ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom, welches vielfältige Ursachen haben kann. Wenn diese Ursachen erkannt sind, ist eine maßgeschneiderte Behandlung der Betroffenen – von einfachen diätetischen Maßnahmen hin bis zu einer Operation - möglich“.

„Lohnt“ sich überhaupt eine Behandlung im hohen Alter noch? Das wollte eine Besucherin wissen, die weit über 80 Jahre alt ist. Professor Jehles eindeutige Antwort:  Eine Behandlung ist immer angebracht – unabhängig vom Alter eines Patienten! Wenn Stuhlinkontinenz oft die Spätfolge der Geburt eines Kinde ist, sollte man dann nicht von vornherein per Kaiserschnitt gebären? Die Frage verlange eine vielschichtige Antwort, meinte Professor Dr. Frank Stoz, der Chefarzt der Frauenklinik am EK. Bei der Entscheidung für oder gegen einen Kaiserschnitt spielten auch viele andere Faktoren eine Rolle. Und schließlich habe die Natur den Menschen so gebaut, dass die allermeisten Geburten ohne Probleme verlaufen.

Die beiden Ärzte zeigten sich genauso wie der Leiter der Physiotherapie der OSK, Hans-Joachim Ruetz, mit der Resonanz auf den Patiententag sehr zufrieden. Die Menschen hätte sich offen geäußert, freute sich Professor Stoz. Es sei klar geworden, dass die Behandlung der Stuhlinkontinenz mehrere Disziplinen berührt. Wenn die Betroffenen verstanden hätten, dass sie sich ihren Ärzten anvertrauen können, dann sei ein wichtiger Schritt getan, um vielen helfen zu können, meinten Stoz und Jehle.



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Prof. F. Stoz, Moderator H. Vaut, H.-J. Ruetz und
Prof. E. C. Jehle beantworten Publikumfragen


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