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24.11.06 - Schmerz ist zentrales Thema in der Pflege

RAVENSBURG (kk) – Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen immens. Dem Gesundheitswesen entstehen durch ungenügende Behandlung akuter und chronischer Schmerzen beträchtliche Kosten. Ein Grund, warum der überregionale Pflegetag der OSK im Ravensburger Schwörsaal sich dem Thema „Schmerzmanagement“ gewidmet hatte. Viele Pflegerinnen und Pfleger von Krankenhäusern und ambulanten Pflegediensten nahmen die Gelegenheit dieser Fortbildung wahr.

Unterschiedliche schädigende Ereignisse, wie z. B. eine Verletzung, eine Verbrennung oder Operationen führen zu akuten Schmerzen. Wenn diese Schmerzen ungenügend behandelt werden oder die Patienten ein schwaches schmerzabwehrendes System haben, kann sich der Schmerz verselbständigen. Das heißt, dass aus einem akuten Schmerz chronische Schmerzen entstehen können. Die Schmerzen werden dabei unterschiedlich beurteilt, je nach dem ob Nerven erregt oder geschädigt werden. Generell beeinflussen Schmerzen sowohl kör-perliches, psychisches als auch soziales Wohlbefinden.

Grundlage für die Behandlung jeglicher Art von Schmerzen ist eine genaue Diagnose. Für die Diagnose ist die Art der Schmerzen (spitz, stumpf, hell, stechend, brennend, heiß, dumpf) entscheidend, für die Behandlung der Schmer-zen ist eine wesentliche Grundlage wie Art und Stärke der Schmerzen zu messen und zu dokumentieren. Dabei gilt es, eine einheitliche Schmerzskala zu verwenden. Eine zentrale Rolle bei der Schmerzerfassung kommt den Pflegenden zu. Durch intensive Gespräche mit den Patienten sind sie in der Lage, das Empfinden der Patienten herauszufinden und entsprechend in einer Schmerzkategorie zu erfassen.

Rita Bodenmüller-Kroll, Fachkrankenschwester für Onkologie, stellte die Umsetzung des Exper-tenstandards Schmerztherapie in der Pflege vor. Sowohl Pfleger als auch Ärzte müssen entsprechend diesem Standard geschult werden. Die Schmerzen des Patienten stehen dabei im Mittelpunkt. Dr. Wolfgang Schaack, Vertreter des Schmerzzentrums Bodensee, stellte in sehr ansprechender Form dar, welchen Ein-fluss psychische Faktoren auf die Entstehung chronischer Schmerzen haben.

Dr. Kossmann, der zugleich auch Leiter des Regionalen Schmerzzentrums Ravensburg-Wangen ist, und seine Kolleginnen und Kollegen aus der OSK plädierten für ein interdisziplinäres, multimodales Konzept in der Schmerztherapie. Interdisziplinär bedeutet, dass alle ärztlichen Fachdisziplinen und die Pflegenden, die daran beteiligt sind, gut miteinander zusammenarbeiten. Multimodale Schmerztherapie bedeutet, dass nicht nur Medikamente, sondern auch nichtmedikamentöse Behandlungsformen wie physikalische Therapie, Verfahren der Nervenblockaden, Akupunktur aber auch psychotherapeutische Methoden wie Schmerzbewältigungstraining oder Entspannungstraining mit eingesetzt werden. Dabei sollte gleichzeitig die Ursachen der Schmerzen wie auch der Schmerz selbst behandelt werden. Das interdisziplinäre Konzept ist nach Dr. Kossmann nur möglich durch eine effektive Verzahnung zwischen niedergelassenen Ärzten, niedergelassenen Schmerztherapeuten und den Schmerztherapeuten im Krankenhaus. Ein abgestuftes Vorgehen entsprechend der Beschwerden der Patienten ist hier angebracht.

 



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Dr. med. Bernd Kossmann und Rita Bodenmüller–Kroll
stellen sich den Fragen des Publikums.


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