StartseiteStadt Aulendorf Bad WurzachBad Waldsee
StartseitePartner AOK Allgäu OberschwabenWilhelmsdorfWolfeggLeutkirchWeingartenRavensburg
Wangen im AllgäuIsny im Allgäu
  ...  |  Presse und Medien  |  Kontakt + Impressum
<< ZURÜCK ZUR STARTSEITE

23.11.06 - Psychisch Kranke und Telefonseelsorge

RAVENSBURG (zfp) – Die Telefonseelsorge in der Region verzeichnet eine steigende Anzahl von psychisch kranken Anrufern, die in „Außenwohngruppen“ leben. Sie führt dies auf unzureichende Betreuung zurück.

Dies gilt es freilich differenziert zu betrachten. Heimleiter Dr. Michael Konrad vom Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau (ZfP) und Sprecher der Einrichtungen des Gemeindepsychiatrischen Verbundes im Kreis Ravensburg betont: „Die Psychiatrische Entwicklung ist auf dem richtigen Weg.“

Grundsätzlich gelte es, sagt Konrad, zu unterscheiden, in welcher Wohnform die einzelnen psychisch Kranken leben. Zum einen gibt es in der Region stationäre Wohngruppen, in denen chronisch psychisch Kranke in kleinen, dezentralen Einheiten wieder in der Gemeinde leben. Sie werden dort ebenso wie im früheren Großwohnheim von Pflegekräften und Therapeuten betreut. Diese suchen die Wohngruppen regelmäßig mehrmals täglich auf und sind darüber hinaus rund um die Uhr per Rufbereitschaft erreichbar.
Dann gibt es Kranke, die in ihrer Wohnung ambulant betreut werden. „Hier gibt es in der Tat ein Versorgungsdefizit“, bestätigt Michael Konrad. Denn bislang ist in dieser Betreuungsform keine Rufbereitschaft vorgesehen. Ob diese Personen sich vermehrt als Bürger in Not an die Telefonseelsorge wenden, kann der Diplompsychologe weder bestätigen noch dementieren. „Wir können das nicht kontrollieren, da diese Nummern im Einzelverbindungsnachweis, wie von der Telefonseelsorge aus Gründen der Anonymität ausdrücklich gewünscht, nicht auftauchen. Wir wollen aber auch nicht kontrollieren, mit wem diese Klienten telefonieren, weil wir sie in ihren Grundrechten nicht einschränken wollen – und dies übrigens auch nicht dürfen.“

Dass Betreuung nicht immer im vom Klienten gewünschten Maß angeboten werden kann, verhehlt Dr. Jochen Tenter nicht. Für den Stellvertreter des Ärztlichen Direktors der Weissenau stellt sich die Frage, wie lange die Psychiatrie mit immer weniger Geld immer mehr Patienten angemessen versorgen kann: „Irgendwann ist auch die Psychiatrie nicht mehr in der Lage, problematische gesellschaftliche Entwicklungen wie Vereinsamung und Perspektivlosigkeit aufzufangen.“



WEITERE INFOS ÜBER DEN
PARTNER FINDEN SIE HIER





Wohngruppen leisten erforderliche Betreuung

WEITERE INFOS ÜBER DEN
PARTNER FINDEN SIE HIER
© 2002 by Netzwerk Gesundheit im Landkreis Ravensburg, Welfenstraße 2, 88212 Ravensburg