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13.11.06 - Abschied statt Geburt

RAVENSBURG (kk) – Ein winziger weißer Sarg mit schlichtem weißem Blumenschmuck symbolisieren die Unschuld der Kinder, die heute zu Grabe getragen wurden, bevor sie das Licht der Welt erblicken konnten. Zum 12. Male haben die Seelsorger des Krankenhauses St. Elisabeth, Pfarrer Udo Hermann und Pfarrer Hermann Dippon, totgeborene Föten bestattet. Für Föten unter 500 Gramm besteht keine Bestattungspflicht.

„Dass Sie sich noch einmal dem stellen, was geschehen ist, muss schwer für Sie sein“, eröffnete Pfarrer Udo Hermann die ökumenische Trauerfeier. Statt dem freudigen Ereignis, im EK oder auch im Krankenhaus 14 Nothelfer ein gesundes Baby auf die Welt zu bringen, sind nun die Mütter, Väter und Angehörige auf dem Friedhof versammelt, um Abschied zu nehmen. Zweimal im Jahr findet die vom Krankenhaus St. Elisabeth initiierte Fötenbestattung statt. Das schlimme Ereignis liegt für manche Eltern also schon Wochen oder gar Monate zurück. Nach dem zeitlichen Abstand ist es für viele ein schwerer Gang, der nochmals alles aufwühlt. Aber es ist auch ein wichtiger Gang, der bei der Trauerbewältigung hilft. „Wir bieten Ihnen hier Raum für Ihre Trauer, hier müssen Sie nicht stark sein. Gott soll die Tränen ruhig sehen“, ermutigte Hermann die Trauergemeinde, ihre Gefühle zu zeigen.

Pfarrer Hermann Dippon formulierte die Ohnmacht mit einen lauten „Nein!“, das er beinahe herausschrie. Dippon weiter: „Es ist ungerecht, dass Ihr Kind sterben musste, bevor es gelebt hat. Lassen Sie uns heute protestieren.“ Dippon bekannte, er habe in seinem Leben als Pfarrer gelernt, dass man auch mal zweifeln und widersprechen mitunter auch laut protestieren darf, ja muss. Doch Gott gebe auch Hoffnung: „Wem Gott Last auflegt, dem gibt er auch Kraft, zu ertragen. Ihr sollt aufatmen und frei sein.“

„Wenn wir nun ans Grab gehen, sind wir nicht allein. Gott ist Tröster. Er macht uns Hoffnung. Die Auferstehung Jesu ist ein Zeichen der Hoffnung“, so Pfarrer Herman. Nachdem der kleine Sarg in die Erde gelassen wird, schaufeln die Angehörigen selbst das Grab zu. Sie stecken noch Blumenzwiebeln in das Erdreich. Sie sollen ein Zeichen für die Hoffnung sein, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern die Menschen hoffen können, dass das Leben wieder aufblühen wird. Im Frühjahr werden Osterglocken auf der Grab stehen. Dippon beendet die Trauerfeier mit den Worten: „Das Leben soll aufblühen, auch wenn es stirbt.“ Pünktlich zum Ende der Beisetzung setzte Regen ein. Es schien, als ob auch der Himmel weinte.



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