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23.06.06 - Oberschwaben Klinik: WM-Einsatz Kreis Ravensburg

RAVENSBURG/STUTTGART (wil) – Sie sehen keinen Ball und hören keinen Jubelschrei. Sie warten auf einen Einsatz und hoffen doch, nicht alarmiert zu werden. Während im Stuttgarter WM-Stadion die Fans aus aller Herren Länder feiern, stehen die Rettungskräfte aus dem Kreis Ravensburg unweit der Arena parat, um im Falle einer Katastrophe Menschen zu retten.

Von Winfried Leiprecht, Oberschwaben Klinik

„Wir wünschen Ihnen ein spannendes Spiel!“ Der kühle, auffrischende Wind trägt die Lautsprecherstimme über den staubigen Großparkplatz am Cannstatter Wasen. Innerlich eine ganz andere Spannung verspüren die 82 Feu-erwehrleute, 40 Rot-Kreuz-Mitglieder und zehn Notärzte aus Oberschwaben, die neben der Polizei- und Sanitätswache auf dem Wasen in Bereitschaft stehen. „Wir können stolz sein auf diese Mannschaft. Sie ist zu jeder Minute bereit für einen echten Einsatz“, sagt Alfred Bosch, Einsatzleiter des Ravensburger Roten Kreuzes.
Um 14 Uhr hat sich die Gruppe an diesem Donnerstag auf dem Parkplatz an der Oberschwabenhalle getroffen und mit 15 Fahrzeu-gen auf den Weg Richtung Stuttgart gemacht. Sieben Stunden, bevor das Spiel zwischen Australien und Kroatien angepfiffen wird. Spätestens um 17 Uhr müssen die Ravensburger bereit stehen. Trotz eines Staus in Ulm reicht es gerade noch. Genauso routiniert wie Alfred Bosch weisen Harald Munz von der Ravens-burger Feuerwehr und Dr. Peter Lessing, der leitende Notarzt von der Oberschwaben Klinik, ihre Teams ein. Es ist der vierte WM-Einsatz an gleicher Stelle. Jeder Handgriff sitzt.
Es beginnt das große Warten. Australische und kroatische Fans ziehen vorbei. Dann und wann mischt sich einer unter die Helfer. „Good luck für Deutschland“, wünscht ein kostümierter Kroate und klopft Peter Lessing auf den Rü-cken. „Letztes Mal, als die Holländer da waren, war noch viel mehr los“, erzählt Eugen Schel-ling vom Roten Kreuz. Die Holländer hätten sich jubelnd auf die Straße gelegt und sich mit Feuerwehrleuten, Sanitätern und Ärzten ablich-ten lassen. Das sind Augenblicke, in denen die Ehrenamtlichen dann doch merken, dass sie mittendrin bei der WM sind.
Dann ein Einsatz. Ein australischer Fan ist in ein Fahrrad gelaufen. Der Radler wird mit Verdacht auf eine gebrochene Hand ins Krankenhaus gebracht. Beim Fan scheint eine Rippe angeknackst zu sein. Dem jungen Mann ist im bunt bemalten Gesicht der Schmerz anzusehen. Doch er ist nicht so weit gereist, um ins Krankenhaus, sondern um ins Stadion zu gehen. Davon lässt er sich nicht abhalten. Besonderheiten eines WM-Einsatzes.
Es kehrt Ruhe ein auf dem Wasen. Im Stadion, von dem nur der obere Bogen des Tribünendaches zu sehen ist, muss längst das Spiel be-gonnen haben. Zu hören ist nichts. Das Warten schlägt um in Langeweile. Uno-Karten und Skatbläter kommen auf dem Tisch. Die „Weißkittel“ von DRK und Oberschwabenklinik sowie die „Schlaucher“ von der Feuerwehr, wie sie sich gegenseitig liebevoll bezeichnen, sitzen in trauter Eintracht auf den Bierbänken. Die Rotkreuzler werfen den Grill an. Jetzt kommen auch junge Bereitschaftspolizisten über jene imaginäre Grenze, hinter der sie zuvor auf ihrer Seite der Wasen-Wache verharrten. Steaks verbinden, wie auf dem Campingplatz.
Die Ruhe stört nur das Zucken der Blaulichter am nächtlichen Himmel, wenn die Polizei ausrücken muss. Die Ordnungshüter haben im Gegensatz zu den Rettungskräften reichlich zu tun. Frühzeitig, schon gegen ein Uhr, erhalten die Oberschwaben von der Stuttgarter Einsatzleitung die Erlaubnis, nach Hause zu fahren. Normalerweise müssen sie bis zu vier Stunden nach dem Abpfiff bleiben. „Fünf Patienten versorgt. Keine besonderen Vorkommnisse“, lautet die Bilanz von Dr. Lessing. Auch der vierte von sechs Einsätzen war ein ruhiger. Umso zermürbender die Rückfahrt. Gegen halb vier, fast 14 Stunden nach der Abfahrt, sind die heimischen Gefilde wieder erreicht.

 



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