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14.06.06 - Die kleine Nourrisson aus Togo in Oberschwaben erfolgreich operiert

RAVENSBURG/WANGEN (kk) – Das 18 Monate alte Mädchen Nourrisson aus Togo ist am Montag im Krankenhaus St. Elisabeth der Oberschwaben Klinik in Ravensburg von einem Spezialistenteam erfolgreich operiert worden. „Die Patientin ist wohlauf, die Operation verlief nach Plan“, konnte das Ärzteteam nach der zweistündigen Operation vermelden. Nourrisson hatte eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Sowohl die Ärzte als auch die Oberschwaben Klinik haben auf ihr Honorar verzichtet.

"Wangen hilft Togo"
"Die Welt zu Gast bei Freunden" – das Motto der Fußball-WM nahmen sich Dr. Igor Wetzel und Christian Skrodzki zu Herzen und initiierten das private Hilfsprojekt "Wangen hilft Togo". Togos Nationalmannschaft hat in Wangen ihr Quartier bezogen. Unter anderem organisierten die beiden mit Hilfe von Sponsoren die Operationen der kleinen Nourrisson und eines 34-jährigen Landwirts, der schwerste Verbrennungen erlitten hatte. Während der Landwirt am Dienstag in Frankfurt operiert wird, wurde am Montag Nourrisson im Krankenhaus St. Elisabeth der Oberschwaben Klinik in Ravensburg operiert. Nähere Informationen zu dem Hilfsprojekt finden Sie unter www.wangen-hilft-togo.de

Die Operation sowie die Nachsorge des eineinhalbjährigen Mädchens hat die Initiative „Wangen hilft Togo“ organisiert und durch Spenden finanziert. Operiert wurde Nourrisson von einem Spezialistenteam unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Robert Sader von der Universitätsklinik Frankfurt. Prof. Sader gilt als einer der renommiertesten Spezialisten bei Operationen von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. In Frankfurt leitet er das international bekannte Behandlungszentrum, das mit über 3.000 Patienten eines der größten Kompetenzzentren seiner Art in Europa ist. Ihm standen Dr. Andreas Meiß, Belegarzt am Krankenhaus St. Elisabeth für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, und Dr. Walter Kaiser vom Bodenseeteam zur Seite. In nur einer Operation wurden Lippe, Kiefer und Gaumen erfolgreich verschlossen.

Das primäre Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung der Funktion für Ernährung und Sprachentwicklung sowie der Ästhetik für die psychische und soziale Entwicklung des Kindes. Voraussetzung sind hier eine enge Zusammenarbeit zwischen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen und in der späteren Behandlung zwischen Kinderärzten, HNO-Ärzten, Logopäden, Physiotherapeuten und die Kieferorthopäden.

Für das kleine Mädchen Nourrisson aus Togo gelten andere Voraussetzungen, weil die erforderlichen Spezialisten in ihrem Heimatland nicht zur Verfügung stehen. Ziel des operativen Eingriffes war es also, in einem Schritt Form und Funktion wieder herzustellen. Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte hat weitreichende Folgen für die Entwicklung eines Kindes. Insbesondere die Ernährung und die spätere Sprachbildung sind erheblich behindert. Häufig ist hierdurch die soziale und berufliche Integration und damit der weitere Lebensweg beeinträchtigt. Der Verschluss des Defektes in einer Operation gibt der weiteren Entwicklung des Kindes eine entscheidende positive Wendung.

Die Operation sowie die Nachsorge des eineinhalbjährigen Mädchens hat die Initiative „Wangen hilft Togo“ organisiert. Renommierte Spezialisten erklärten sich sofort bereit, ohne Honorar Nourrisson zu operieren. Prof. Dr. Dr. Robert Sader von der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt leitete das OP-Team. Ihm standen die Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgen Dr. Andreas Meiß, Belegarzt am Krankenhaus St. Elisabeth, und Dr. Walter Kaiser vom Bodenseeteam zur Seite.

Die Oberschwaben Klinik stellte sowohl Operationssaal wie auch das Narkose-Team kostenlos zu Verfügung. Um die begleitende Versorgung kümmern sich Privatdozent Dr. Andreas Artlich, Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin der Oberschwaben Klinik, und die HNO-Belegärzte am Krankenhaus St. Elisabeth, Dr. Thorsten Klimek und Dr. Roland Panis.

In Togo kümmert sich Dr. Guy Hermann Kpakpo Dovi-Akue um die Nachsorge von Nourrisson. Er ist Eigentümer und Chefarzt der Polyclinique International St Joseph, Lomé, der Hauptstadt von Togo. Dr. Dovi-Akue studierte in Deutschland Medizin und war bis in die 90er Jahre langjähriger Leitender Oberarzt und Chefarztvertreter der Abteilung für Chirurgie und Unfallchirurgie in Saarburg.'

Basisinformation:

Häufigkeit:
in Mitteleuropa 1:500 Geburten
bei Farbigen 1:3.000 Geburten
Am häufigsten sind durchgehende Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (40-65%), wobei die linke Seite doppelt so oft befallen ist wie die rechte. Verteilung männlich/weiblich ungefähr 3:2

Ursache:
Intrauterine Fehlentwicklung in der 5. bis 12. Schwangerschaftswoche: Ausbleibende oder fehlerhafte Verschmelzung der Oberkieferwülste mit dem Nasenwulst durch meist äußere Einflüsse (Strahlen, Chemikalien, Virusinfektionen, Sauerstoffmangel, Alkoholabusus, Rauchen, Stress). Die erbliche Komponente liegt bei 15-20%.

Folgen:
Atmungsbehinderung
Störung der Nahrungsaufnahme, Gedeihstörungen
Störung der Lautbildung und der Sprachentwicklung
Wachstumsbehinderung des Oberkiefers
Fehlen oder Fehldurchbruch von Zähnen

Bild:
Dr. Kaiser, Prof. Sader und Dr. Meiß (von links) operieren die kleine Nourrisson aus Togo.

 



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