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11.05.06 - Tag des Schlaganfalls

RAVENSBURG (wil) – Je früher Betroffene und ihre Angehörigen nach einem Schlaganfall Hilfe herbeirufen, desto größer sind die Chancen, dass keine schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen bleiben. Das haben der Arzt Dr. Thomas Staudacher, AOK-Geschäftsführer Jörg Hempel und die Augenexpertin Christine Paul bei einem Informationsabend aus Anlass des bundesweiten Aktionstags gegen den Schlaganfall betont.
„Mir ist es lieber, wenn der Notarzt drei Mal vergeblich rausfährt als dass er ein einziges Mal zu spät kommt“, sagte Jörg Hempel bei der gemeinsamen Veranstaltung der AOK und der Oberschwaben Klinik am Mittwoch Abend vor über 60 Besuchern in der Cafeteria des Krankenhauses St. Elisabeth. Schon Mitte der 90er-Jahre habe man sich im Landkreis Ravensburg intensiv mit dem Thema Schlaganfallhilfe beschäftigt. Neben Heidelberg sei Ravensburg zu einer Modellregion geworden.
Dr. Thomas Staudacher, Oberarzt an der Abteilung für Neurologie und klinische Neurophysiologie am EK, legte den Schwerpunkt zunächst auf die Vorbeugung. „Zu verhindern, dass ein Schlaganfall überhaupt erst eintritt, ist unser wichtigstes Ziel!“ Neben Risikofaktoren wie zum Beispiel der genetischen Disposition, die ein Mensch nicht beeinflussen kann, gebe es Faktoren, die sehr wohl steuerbar sind. Dr. Staudacher nannte unter anderem das Rauchen, Übergewicht, Cholesterin, Diabetes und vor allem Bluthochdruck. Letzterer sei tückisch, da er nicht spürbar ist. Regelmäßige Blutdruckkontrollen seien ein deshalb der wichtigste Beitrag zur Schlaganfallvorbeugung.
Rund 700 Menschen werden jedes Jahr nach  einem Schlaganfall in die Spezialstation im EK eingeliefert. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht mindestens ein Patient zu uns kommt“, sagte Staudacher. Je älter die Menschen werden, desto höher ist das Risiko eines Schlaganfalls. Für 35- bis 45-Jährige liegt das Risiko statistisch gesehen bei 1:5000, bei über 85-Jährigen bei 1:30. „Aber Schlaganfall ist ein Thema in jedem Alter“; betonte der Arzt. Selbst Kinder können betroffen sein. In der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin im St. Nikolaus würden jedes Jahr drei bis fünf Kinder behandelt, die Symptome eines Schlaganfalls zeigten.
Nach einem Schlaganfall kommt es sehr stark darauf an, dass die Angehörigen richtig reagieren. „Oft erkennen die Betroffenen selbst die Symptome gar nicht“; erläuterte Staudacher. Kann auf der Spezialstation innerhalb von drei Stunden nach dem Schlaganfall die Behandlung mit Medikamenten eingeleitet werden, stünden die Chancen gut, dass nur relativ geringfügige Folgen bleiben. „Uns bleibt nur immens kurze Zeit“, betonte Staudacher. Deshalb gelte als Leitsatz: „Zeit ist Hirn!“
Sehstörungen, an denen viele Schlaganfallpatienten leiden, lassen sich viel besser behandeln als vielfach angenommen wird, sagte die Ravensburger Orthopistin Christine Paul. „Der erste Weg eines entlassenen Schlaganfallpatienten müsste zum Augenarzt führen“, meinte die Expertin für Augenheilkunde. Sie sprach vom „magischen ersten Jahr“, in dem sich bei der Sehfähigkeit vielen noch bessern könne. Sie rät davon ab, sofort an ein Bildschirmlesegerät zu denken. Das sei im Regelfall erst nach diesem einen Jahr ein Thema. Auch beim Erhalt der Sehfähigkeit komme sehr viel auf die Angehörigen an, damit ein Patient nicht resigniert. Angehörige  könnten ihm den entscheidenden Schub geben, sich in kompetente Behandlung zu begeben.
Bildunterschrift:
Informationen rund um das Thema Schlaganfall gaben am Mittwoch in der Cafeteria des EK (von links) AOK-Chef Jörg Hempel, die Augenheilkundlerin Christine Paul, Karin Geffers von der Selbsthilfegruppe, Dr. Thomas Staudacher vom EK und Hartmut Bonnemeyer, Geschäftsführer des Fördervereins gegen den Schlaganfall. Foto: Oberschwabenklinik

 


 

 



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