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22.03.06 - ZfP Die Weissenau: Elternkreis - Befreiung aus der Isolation

RAVENSBURG – „Eltern gehören in den Elternkreis, Drogenabhängige in die Fachberatung!“ Gemeinsam können sie sich helfen und unterstützen in ihrer schwierigen Situation, weiß Jolanta Schmid. Seit dem vergangenen Jahr leitet sie den Elternkreis Ravensburg, der natürlich nicht nur den Eltern sondern auch anderen Angehörigen offen steht. Ähnliche Kreise gibt es in Leutkirch und in Friedrichshafen. Der Kontaktladen „Die Insel“ für Drogenabhängige und Gefährdete in Ravensburger Rosmarinstraße hat die Eltern zum Austausch eingeladen.
Als rührige Gruppen, die sich regelmäßig um den Kontaktladen verdient machen, schätzt Andreas Weiß die Elternkreise. Nicht nur zur Weihnachtszeit ist der Geschäftsführer der Suchthilfe gGmbH, die den Kontaktladen trägt, auf Geld und Sachspenden angewiesen.
Die Mitglieder der Elternkreise informieren sich im Kontaktladen und stehen auch mit den Suchtberatungsstellen in engem Kontakt. Ihre Gemeinsamkeit ist die Drogenabhängigkeit ihrer Kinder. Sie sind konfrontiert mit Abhängigkeit und deren Folgen, mit Obdachlosigkeit, Prostitution, Vergewaltigung. Aber auch mit Streetwork, Entzugsbehandlung, Substitution oder anderen kleinen Hoffnungsschimmern. Und manchmal wendet sich vieles zum Guten, etwa wenn ein junger Mensch eine Ausbildung absolviert und wieder im bürgerlichen Leben Fuß zu fassen beginnt.
Die Elternkreise bieten keine Patentlösungen an. Aber sie wollen ihre Erfahrungen weitergeben an andere Eltern, die bislang nicht den Mut hatten, über ihr Familienproblem mit anderen zu sprechen. „Kein Mensch kann einen anderen suchtkrank machen“, betont Jolanta Schmid. Im Wissen darum, dass alle Eltern in der Erziehung ihrer Kinder das beste geben, warnt sie vor Schuldgefühlen: „Sie tragen als Mutter und als Vater die Verantwortung für das, was sie tun oder unterlassen, aber Sie haben es nicht in der Hand, ob ein Kind suchtkrank wird oder nicht.“ Dazu bedürfe es verschiedener Faktoren.
Über das Wesen von Suchterkrankungen informieren sich die Eltern bei Fachleuten. Sie stellen aber für sich klar, dass sie ihren Kindern zwar Unterstützung anbieten können auf dem Weg in ein drogenfreies leben. Den entscheidenden Schritt aber müssen die Kinder selbst tun: „Eltern gehören in den Elternkreis, Drogenabhängige in die Fachberatung!“
Wichtig sei es, mit Konflikten umgehen zu lernen, sagt Jolanta Schmid. Im Elternkreis arbeitet sie zusammen mit verschiedenen Fachleuten, neben Medizinern und Psychologen auch mit Sozialarbeitern und Juristen.
Anderen Betroffenen möchte die engagierte Vorsitzende des Ravensburger Elternkreises Mut machen: „Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, auch wenn es Sie vielleicht große Überwindung kostet.“ Denn nach dem Motto „geteiltes Leid ist halbes Leid“ helfen sich die Eltern nicht zuletzt gegenseitig, wieder eine positive Lebenseinstellung zu finden.

Von unserer Mitarbeiterin
Heike Engelhardt
Informationen über die Elternkreise gibt es bei Jolanta Schmid, Telefon 07541/355605, und bei Beate Stör, Telefon 07561/70892.

Bildtext:
Im Kontaktladen haben sich Eltern von Drogenabhängigen informiert. Das Foto zeigt von links Sozialarbeiter Ralf Benkißer, Wolfgang und Jolanta Schmid vom Elternkreis und Leiterin Kirstin Döhmann.
Foto: Andreas Weiß



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