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20.03.06 - Prävention: Darmkrebs ist vermeidbar

LEUTKIRCH (diu) - Die Darmkrebs-Prävention liegt den Lesern der
"Schwäbischen Zeitung" offenbar doch am Herzen. Das hat die SZ-Telefonaktion
zu diesem Thema eindrucksvoll bewiesen. Die Zahl derjenigen, die die
Darmspiegelung tatsächlich nutzen, liegt allerdings nach wie vor auf sehr
bescheidenem Niveau.

Die Telefone klingelten ohne Unterlass, die drei Gastroenterologen - Dr.
Claus Schunter (Ravensburg), Dr. Roland Graf (Leutkirch) und Dr. Hans
Breuninger (Elisabethen-Krankenhaus Ravensburg) - sowie der Spezialist für
Krebstherapie, Dr. Christoph Nonnenbroich aus Weingarten, kamen kaum zum
Luftholen: Die "Schwäbische Zeitung" hatte zur Telefonaktion
"Darmkrebs-Prävention" gebeten, und die Leser nutzten dieses Angebot
außerordentlich stark.

Alarmierende Zahlen legen nahe, dass sie sehr gut daran getan haben: 30 000
Darmkrebs-Tote - fünf Mal so viel wie im Straßenverkehr - sind jährlich zu
beklagen. 67 000 Bundesbürger erkranken pro Jahr neu an einem bösartigen
Darmtumor, der bei zu später Entdeckung nicht mehr heilbar ist. Und bei 37
Prozent aller Menschen zwischen 55 und 70 Jahren haben sich Polypen an der
Darmwand gebildet, die entarten können und deshalb unbedingt entfernt werden
sollten. Das ist relativ problemlos möglich. Die Darmspiegelung ist dafür
das Mittel der Wahl. Allerdings: Nur knapp sechs Prozent der relevanten
Zielgruppe nehmen die lebensrettende Präventionsmaßnahme in Anspruch.
Empfohlen und von der Krankenkasse bezahlt wird die Darmspiegelung in der
Regel ab einem Alter von 55 Jahren. Ausnahmen gelten etwa bei familiärer
Vorbelastung oder bei Beschwerden. Dann sollte die Spiegelung viel früher
vorgenommen werden.  "So lässt sich Darmkrebs in den allermeisten Fällen
vermeiden", erklärt Schunter. Denn bösartige Tumore entwickeln sich mit
unschöner Regelmäßigkeit fast immer aus Polypen. Diese aber lassen sich mit
Hilfe des Endos-kops, das rund 150 Zentimeter weit in den Dickdarm
eingeführt wird, aufspüren und abtragen. Angst vor dieser Untersuchung, so
Schunter, muss niemand haben: Moderne Betäubungsverfahren garantieren - wenn
gewünscht - Schmerzfreiheit.

Schmerz muss nicht sein

Etliche Leser haben es während der Telefonaktion nicht geschafft, die
Experten an die Strippe zu bekommen. Deshalb veröffentlichen wir nachfolgend
die wichtigsten Fragen und Antworten.

Mein Vater ist im Alter von 50 Jahren an Darmkrebs erkrankt. Ich bin jetzt
38 Jahre alt. Wann sollte ich eine Darmspiegelung vornehmen lassen? Ihr
Vater ist atypisch früh erkrankt. Deshalb sollten Sie atypisch früh zur
Untersuchung kommen - und zwar spätestens mit 40 Jahren. Die Faustregel
lautet: Mindestens zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter eines nahen
Angehörigen steht die Darmspiegelung an. Die Krankenkasse übernimmt in
solchen Fällen die Kosten, auch wenn Sie noch nicht 55 Jahre alt sind.

Ich bin 45 Jahre alt und kerngesund. In meiner Familie ist noch kein Fall
von Darmkrebs aufgetreten. Wann sind eine Darmspiegelung und andere
Vorsorgemaßnahmen empfehlenswert? Ab 50 sollten Sie jährlich einen Stuhltest
machen lassen. Wird kein okkultes Blut gefunden, hat die Darmspiegelung Zeit
bis 55. Wird bei dieser dann kein Polyp entdeckt, können wieder zehn Jahre
bis zur nächsten Spiegelung vergehen - sofern Sie beschwerdefrei bleiben.
Wird allerdings ein Polyp gefunden, muss nach drei Jahren erneut gespiegelt
werden.

Ist eine Darmspiegelung riskant?
Bei der Darmspiegelung handelt es sich um eine sehr risikoarme Untersuchung.
Das Hauptrisiko ist die Verletzung der Darmwand. Statistisch betrachtet,
passiert dies bei 10 000 Vorsorgeuntersuchungen maximal zwei Mal. Eine
solche Verletzung müsste dann operativ versorgt werden. Ein weiteres Risiko
besteht darin, dass es bei der Abtragung eines Polypen zu einer Blutung
kommen kann. Diese Blutung wird aber in der Regel noch während der
Spiegelung gestillt.

Ich habe große Angst vor der Darmspiegelung. Ist diese schmerzhaft? Die
Zeiten der Quälerei sind lange vorbei. Besser ausgebildete Ärzte, eine
ausgefeiltere Technik sowie die Begleitmedikation sorgen dafür, dass die
Untersuchung schmerzarm bis schmerzfrei abläuft. Auf Wunsch ist eine
Kurznarkose möglich, während der Sie nicht künstlich beatmet werden müssen.
Ihr Hausarzt weiß, welche Gastroenterologen dies anbieten.

Fördern Alkohol und Nikotin Darmkrebs?
Leider ja. Nikotin etwa verdoppelt das Risiko einer Erkrankung.

Ist eine Stuhluntersuchung nicht genauso sicher wie die Darmspiegelung?
Leider nicht! Der Stuhltest weist maximal auf 60 Prozent der Darmtumore und
auf 40 Prozent der größeren Polypen hin. Das ist ein hoher
Unsicherheitsfaktor. Bei der Darmspiegelung hingegen werden rund 95 Prozent
aller Tumore und Polypen entdeckt.

In meinem ersten Stuhltest wurde Blut gefunden, der zweite aber war negativ.
Kann ich sicher sein, dass mein Darm gesund ist? Keinesfalls! Polypen und
Tumore bluten nicht immer. Sie müssen eine Spiegelung vornehmen lassen, wenn
auch nur ein Test positiv war.

Ist Darmkrebs vererbbar?
Nur in den seltensten Fällen. Bei Familien, in denen Darmkrebs aufgetreten
ist, ist das Erkrankungsrisiko allerdings erhöht.








Krebsvorsorge ist Lebenswichtig


Telefonaktion ein voller Erfolg

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