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11.01.06 - Rehabilitation im Stephanuswerk - Im Sommer will Dietlinde Immler Rad fahren

ISNY - Das Stephanuswerk ist längst nicht mehr nur eine Einrichtung für Behinderte. Dem Werk angeschlossen ist unter anderem eine Rehabilitationsklinik mit den Bereichen Geriatrie, Neurologie, Orthopädie, Belastungserprobung und medizinisch-berufliche Reha. Die Angebote können stationär und ambulant genutzt werden.

Von unserer Redakteurin Maria Anna Weixler-Schürger

Es war ein Tag wie immer für die Isnyerin Dietlinde Immler. Wie jeden Tag war sie mit dem Fahrrad im Städtle unterwegs und als sie abends heimkam, hat sie sich etwas zu essen gemacht. Als ihr Mann nach ihr nach Hause kam, wollte sie sich – wie so oft – nach ihm umdrehen. "Da bin ich zusammengesackt", erinnert sich die Isnyerin. "Gib mir das Telefon", habe sie noch zu ihrem Mann sagen können, "ich habe einen Schlag-anfall".

Dietlinde Immler hatte wirklich einen Schlaganfall. Mehr oder weniger aus heiterem Himmel. Zwar hatte sie oft Kopfweh und war auch wegen eines erhöhten Blutdruckes in Behandlung. Aber sie lebte sehr gesund, radelte viel, lief viel, ging oft schwimmen und hat den Blutdruck regelmäßig gemessen.

"Wenn es jemanden trifft, dich bestimmt nicht", hatten ihr Freunde und Bekannte oft gesagt.  Es hat sie aber getroffen. So wie es jeden treffen kann, wie der Chefarzt der Rehabilitationsklinik des Stephanuswerkes, Dr. Clemens-G. Müller, weiß. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liege mit knapp 60 sogar noch unter dem Lebensalter von Dietlinde Immler. Als Bluthochdruckpatientin habe sie sicher der Risikogruppe angehört. "Man sollte dem Blutdruck unbedingt mehr Aufmerksamkeit schenken und regelmäßig messen", so der Facharzt für Neurologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Klinische Geriatrie und Rehabilitationswesen.

Fast fünf Monate ist es nun her, seit der Notarzt bei Dietlinde Immler die Diagnose ge-stellt hat. Nach elf Tagen Intensivversorgung in Ravensburg und sechs Wochen Kli-nikaufenthalt in Wangen, war die bis dato so agile Isnyerin zumindest wieder so weit, dass sie rehabilitiert werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt aber saß Dietlinde Immler noch immer im Rollstuhl, konnte weder eigenständig sitzen, geschweige denn aufstehen. Ihre gesamte linke Seite war gelähmt, jegliches Gefühl für Körpermitte oder Körperachse fehlte ihr. Kurzum: Dietlinde Immler war noch komplett pflegebedürftig.

Heute kann sie nicht nur wieder ohne Hilfe stehen, sondern auch schon wieder gehen. Und sie bringt ihren linken Arm zumindest schon wieder bis zum Kinn. "Aber ich will noch mehr erreichen, und ich schaffe das auch", sagt die Isnyerin voller Zuversicht. Ausschließen wollen das auch Dietlinde Immlers Betreuer nicht: Neben Dr. Müller sind das die beiden Therapeutinnen Karin Schmid und Yvonne Siebenrock. Jeden Tag arbei-ten die Krankengymnastin und die Ergotherapeutin jeweils etwa eine halbe Stunde mit den Rehabilitanden. Schritt für Schritt, kleine Schritte freilich. "Es gibt auch Tage, da bewegt sich gar nichts", wissen sie. Dietlinde Immler hat sich trotzdem jeden Tag auf die beiden gefreut. "Ich liebe sie sehr", sagt sie voller Dankbarkeit.

Hingesetzt und geheult hat sie sich, als ihr der bisher größte Schritt gelungen ist: "Ich konnte die Treppe hochlaufen, bis in den 3. Stock". So weit schaffen es nach Aussage
von Dr. Müller rund 80 Prozent aller Rehabilitanden. Auch die Ältesten, "gerade bei den über 80-jährigen haben wir gute Erfolge". Reha sei daher "immer ratsam". Zumindest gelinge es, die Menschen wieder so weit herzustellen, "dass zumindest die Dinge des täglichen Lebens wieder funktionieren". Sogar die Wiedereingliederung in den Beruf schaffe rund die Hälfte der Betroffenen, sofern das so genannte "Phasenmodell" konse-quent durchlaufen werde: von Stufe A wie "akut" über B ("Frühreha"), C ("Postprimäre Reha"), D ("Anschlussheilbehandlung) bis zu E ("Vorbereitung auf Wiedereingliederung in Beruf oder Alltag").

Was freilich nicht heiße, dass jeder Schlaganfallpatient immer alle Phasen benötige. Jede Vorgeschichte, jeder Krankheitsverlauf sei anders, jeder Patient ebenso, entsprechend individuell seien die Therapien. Worauf es letzten Endes mit am meisten ankomme, sei die Motivation, "der Mut und der Wille des Patienten". Hilfe hierbei biete auch der psychologische Dienst, den das Stephanuswerk vorhalte. "Dies kann ent-scheidend sein", sagt Dr. Müller, "denn mit Steinen können auch Therapeuten nichts bewegen". So gesehen hat Dietlinde Immler alle Chancen dieser Welt: "Bis zum Sommer werde ich wieder Rad fahren und auch Auto fahren können", sagt sie sehr bestimmt. "Ich weiß, dass ich das schaffe."

Bildunterschrift:
Dass die Isnyerin Dietlinde Immler (3.v.l.) fünf Monate nach einem Schlaganfall schon wieder ohne fremde Hilfe stehen kann, hat sie auch dem Können von Dr. Clemens-G. Müller und ihren beiden Therapeutinnen, Karin Schmid und Yvonne Siebenrock von der Rehabilitationsklinik des Stephanuswerkes zu verdanken.

SZ-Foto: Weixler-Schürger



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Dietlinde Immler mit Reha-Team

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